• Schalter wissen.de
  • Schalter wissenschaft
  • Schalter scinexx
  • Schalter scienceblogs
  • Schalter damals
  • Schalter natur
Scinexx-Logo
Logo Fachmedien und Mittelstand
Scinexx-Claim
Facebook-Claim
Google+ Logo
Twitter-Logo
YouTube-Logo
Feedburner Logo
Dienstag, 06.12.2016
Hintergrund Farbverlauf Facebook-Leiste Facebook-Leiste Facebook-Leiste
Scinexx-Logo Facebook-Leiste

Meteoriten-Einschlag in Bayern: Fragmente analysiert

Feuerball vom 6. März wurde von einem Steinmeteoriten verursacht

Feuerball am Himmel: Vor knapp zwei Wochen war über Süddeutschland die feurige Spur eines Meteoriten am Himmel zu sehen. Jetzt wurden erste Bruchstücke dieses Brockens in Niederbayern entdeckt. Die Analyse der Fragmente ergab: Verursacher des Einschlags war ein kleiner, metallarmer Steinmeteorit, der im Weltraum schon mehrfach mit anderen Brocken kollidiert ist.
So sieht das Innere des Meteoriten-Fragments unter dem Polarisationsmikroskop aus.

So sieht das Innere des Meteoriten-Fragments unter dem Polarisationsmikroskop aus.

Alte Einschlagskrater zeugen davon, dass unser Planet immer wieder kosmische Treffer einstecken musste. Auch heute noch schlagen auf der Erde immer wieder einmal Meteoriten ein – die meisten von ihnen sind allerdings eher klein. Beispiele sind der Tscheljabinsk-Meteorit im Jahr 2013 und ein 2014 in der Atmosphäre über der russischen Kola-Halbinsel explodierter Brocken

In Deutschland ist der Einschlag eines Meteoriten dagegen ein sehr seltenes Ereignis. "In den vergangenen 70 Jahren kam es im Schnitt nur etwa alle acht Jahre vor", erklärt Meteoritenforscher Addi Bischoff von der Universität Münster. Die beiden letzten Meteoritenfälle über Deutschland ereigneten sich 2002 über Neuschwanstein und 2013 bei Braunschweig.

Feuerball am Abendhimmel


Umso spannender wurde am 6. März 2016 ein auffälliges Lichtschauspiel am Abendhimmel über Oberösterreich und Bayern verfolgt. Augenzeugen berichteten von einer Feuerkugel, einem
in der Erdatmosphäre teilweise verglühenden Meteoriten. Vor wenigen Tagen nun wurden Teile dieses Meteoriten in der Nähe von Stubenberg in Niederbayern entdeckt.


Unscheinbar: 24 Gramm schweres und etwa 34 Millimeter langes Fragment des Meteoriten, gefunden bei Stubenberg in Niederbayern.

Unscheinbar: 24 Gramm schweres und etwa 34 Millimeter langes Fragment des Meteoriten, gefunden bei Stubenberg in Niederbayern.

"Bislang wurden mehrere Stücke gefunden, zusammengenommen 40 Gramm. Wahrscheinlich lässt sich noch mehr finden", schätzt Bischoff. Möglich wurden die Funde durch Fotografien, die Pavel Spurny von der Sternwarte im tschechischen Ondrejov vom Eintritt des Meteoriten in die Erdatmosphäre gemacht hatte. Auf Basis dieser Aufnahmen konnte der wahrscheinliche Aufschlagspunkt der Trümmer berechnet werden.

Chondrit mit Kollisionsspuren


Bischoff und sein Kollege Samuel Ebert haben ein erstes Bruchstück dieses Meteoriten untersucht und seinen Typ bestimmt. Die Analysen ergaben, dass das abstürzende Objekt ein metallarmer Steinmeteorit war. Er gehört zur Klasse der LL-Chondriten und enthält weniger als 18,5 Gewichtsprozent Eisen.

Und noch etwas ergab die Untersuchung: "Die innere Struktur des Meteoriten zeigt deutlich sichtbare Spuren früherer Kollisionen", berichtet Bischoff. "Offensichtlich kollidierten zahlreiche Himmelskörper mit dem Mutterkörper des Meteoriten." Dieser Mutter-Asteroid kreist wahrscheinlich im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter.

"Durch die Zusammenstöße wurde das Gestein in Fragmente zerlegt und verfestigte sich anschließend wieder", erklärt der Forscher. " Ein weiterer Einschlag hat unseren 'Himmelsboten' dann von seinem Mutterkörper losgelöst und auf den Weg zur Erde gebracht."
(Westfälische Wilhelms-Universität Münster, 17.03.2016 - NPO)
 
Printer IconShare Icon