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Sonntag, 04.12.2016
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Steigender Meeresspiegel könnte Millionen US-Bürger treffen

Gefahr für Küstenbewohner im Südosten der USA größer als angenommen

Land Unter: Der Meeresspiegelanstieg wird auch die Küsten der USA hart treffen. Im Extremfall könnten bis zum Jahr 2100 gut 13 Millionen US-Bürger von Hochwasser und Überschwemmungen betroffen sein, so die Prognose von US-Klimaforschern im Fachmagazin "Nature Climate Change". Vor allem Florida und andere Bundesstaaten im Südosten der USA wären in Gefahr. Kalifornische Küstenstädte wie San Diego dagegen weniger.
In der Region Miami wären bei einem weiteren Meeresspiegelanstieg besonders viele Menschen betroffen.

In der Region Miami wären bei einem weiteren Meeresspiegelanstieg besonders viele Menschen betroffen.

Obwohl – oder gerade weil – die USA zu den Großemittenten von Treibhausgasen gehören, gehörten sie bei internationalen Klimaverhandlungen lange zu den Bremsern. Die Quittung des ungebremsten CO2-Ausstoßes und des dadurch verursachten Klimawandels bekommen jedoch auch sie. So belegten Forscher vor kurzem, dass die Tangier-Inseln vor den Toren Washingtons schon in 50 Jahren wegen Überflutung unbewohnbar sein werden.

Jetzt schlagen Mathew Hauer von der University of Georgia und seine Kollegen auch für andere Küstenregionen der USA Alarm. Sie haben anhand eines Modells ermittelt, wie viele Menschen durch einen Meeresspiegelanstieg von 90 oder aber 180 Zentimetern bis zum Jahr 2100 betroffen wären. Dies entspricht einem realistischen, mäßigen Anstieg und einem eher extremen Szenario. Dabei berücksichtigen sie auch künftige Bevölkerungszunahmen in den Küstengebieten.

13 Millionen Menschen in Gefahr


Ihr Ergebnis: Steigt der Meeresspiegel bis zum Jahr 2100 um 90 Zentimeter, dann könnten in den USA 4,2 Millionen Menschen zusätzlich von Hochwasser und Überflutungen gefährdet sein. Sollte die globale Erwärmung ungebremst anhalten und der Pegel bis auf 1,80 Meter steigen, dann wären sogar 13,1 Millionen US-Bürger in Gefahr, so Hauer und seine Kollegen.


In Florida und den Bundesstaaten im Südosten der USA steigt das Risiko besonders stark.

In Florida und den Bundesstaaten im Südosten der USA steigt das Risiko besonders stark.

Wie die Forscher betonen, bedeutet dies, dass das wahre Risiko bisher unterschätzt wurde. Den neuen Prognosen nach könnten künftig dreimal mehr Menschen betroffen sein als anhand der heutigen Bevölkerungsdichte in den Küstengebieten angenommen. Werden keine Schutzmaßnahmen getroffen, müssten große Menschenmengen umgesiedelt werden - mit entsprechend enormen Kosten.

Südosten am stärksten betroffen


Die Prognosen zeigen, dass der Meeresspiegelanstieg nicht alle Küstengebiete der USA gleichermaßen trifft. Am stärksten steigt das Risiko demnach in Florida: Hier wird 2100 fast die Hälfte der insgesamt betroffenen US-Küstenbewohner leben. Ebenfalls stark gefährdet sind die Küsten der Bundesstaaten Georgia, Louisiana und South Carolina. "Der Südosten der USA umfasst 70 Prozent der künftig gefährdeten Bevölkerung", sagen Mathew und seine Kollegen.

Der Grund dafür ist eine Kombination von wachsender Bevölkerung und einer eher flachen Landschaft in Küstennähe. Deshalb könnten auch Teile anderer Küstengebiete zu Risikozonen werden. "Die Bewohner von Städten wie Tampa, Charleston oder Cape May in New Jersey werden bei einem Anstieg um 1,80 Meter ernsthafte Probleme bekommen", so die Forscher. "Andere Gebiete wie San Diego in Kalifornien, Fairfax in Virginia oder Hartford in Connecticut dagegen weniger."

Nach Ansicht der Forscher müssen bisherige Pläne für künftige Bau- und Schutzmaßnahmen angesichts dieser Prognosen neu überarbeitet werden. Denn werde nichts getan, könnte den USA eine interne Völkerwanderung bevorstehen. (Nature Climate Change, 2016; doi: 10.1038/nclimate2961)
(Nature, 15.03.2016 - NPO)
 
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