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Samstag, 23.07.2016
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Große Männer und dünne Frauen sind tatsächlich erfolgreicher

Die Figur beeinflusst Bildung, Karriere und Einkommen mehr als gedacht

Unsere Figur hat mehr Einfluss auf unseren Werdegang als gedacht: Eine Studie an 120.000 Briten zeigt, dass kleinere Männer und fülligere Frauen in puncto Erfolg und Karriere häufiger das Nachsehen haben. So verdient ein Mann mit 7,5 Zentimeter weniger Körpergröße im Durchschnitt 2.000 Euro weniger als sein größerer Gegenpart. Gleiches gilt für eine Frau mit sechs Kilo mehr Gewicht, wie die Forscher im Fachmagazin "British Medical Journal" berichten.
Größere Männer verdienen im Durchschnitt mehr und haben die besseren Jobs, ebenso dünnere Frauen.

Größere Männer verdienen im Durchschnitt mehr und haben die besseren Jobs, ebenso dünnere Frauen.

Dass Lebensweise und wirtschaftlicher Erfolg unsere Körpergröße und unser Gewicht beeinflussen, zeigen Studien immer wieder. Je besser es einem Land wirtschaftlich geht, desto größer sind seine Bewohner. Dadurch sind wir Europäer heute durchschnittlich um mehr als zehn Zentimeter größer als unsere Urgroßväter vor hundert Jahren.

Aber es funktioniert offensichtlich auch anders herum, wie nun eine Studie von Tim Frayling von der University of Exeter und seinen Kollegen belegt. Die Forscher untersuchten dafür Körpergröße, Gewicht und genetische Veranlagung von 120.000 in der britischen Biobank registrierten Frauen und Männern. Diese Daten verglichen sie mit dem Bildungsstand, dem Beruf und dem Einkommen der Teilnehmer.

Schon ein paar Zentimeter oder Kilogramm reichen aus


Das Ergebnis überraschte in seiner Deutlichkeit selbst die Forscher: Die Körpergröße bei Männern und das Gewicht bei Frauen beeinflusst demnach signifikant, wie hoch ihr Bildungsstand ist, wie qualifiziert ihr Job und wie viel sie verdienen. Dieser Effekt tritt selbst dann auf, wenn alle anderen Parameter gleich sind, wie die Wissenschaftler betonen.


Wenn ein Mann beispielsweise nur aufgrund seiner Gene 7,5 Zentimeter kleiner ist, dann verdient er im Durchschnitt knapp 2.000 Euro weniger als ein Mann, der ihm um diese 7,5 Zentimeter überragt, wie die Forscher berichten. Bei Frauen spielt dagegen die Größe keine Rolle, wohl aber das Gewicht: Ihnen reichen 6,3 Kilogramm mehr auf den Rippen, um den gleichen negativen Effekt hervorzurufen.

Ist unterschwellige Diskriminierung schuld?


"Das ist der bisher beste Beweis dafür, dass unsere Körpergröße und unser Gewicht einen direkten Einfluss auf unser Einkommen und andere sozioökonomische Faktoren während unseres Lebens haben", konstatiert Frayling. "Das trifft natürlich nicht in jedem Falle zu, es gibt auch kleine Männer und übergewichtige Frauen, die sehr erfolgreich sein", betont der Forscher.

Aber man müsse sich schon fragen, warum dieses Muster im Durchschnitt so klar erkennbar sei. "Liegt dies an Faktoren wie einem geringeren Selbstbewusstsein des Betroffenen oder hat es doch eher etwas mit einer unterschwelligen Diskriminierung zu tun?", so Frayling. "Sind beispielsweise Arbeitgeber voreingenommen? Das wäre für die Einzelnen, aber auch für die Gesellschaft als Ganzes schlecht."

Auch wenn die Ursachen für diesen Effekt noch genauer geklärt werden müssen, halten die Forscher es durchaus für wahrscheinlich, dass er kausale Zusammenhänge widerspiegelt. "Weil wir die Genetik als Basis genommen und 120.000 Menschen untersucht haben, ist dies der bisher stärkste Beleg dafür, dass es irgendetwas bei kleinen Männern und dickeren Frauen gibt, das ihrem finanziellen Erfolg im Wege steht", sagt Fraylings Kollegin Jessica Tyrrell. (British Medial Journal (BMJ), 2016; doi: 10.1136/bmj.i582)
(University of Exeter, 09.03.2016 - NPO)