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Donnerstag, 29.09.2016
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Klimawandel bedroht US-Wälder

Fast alle Waldgebiete der USA zeigen bereits negative Folgen der Erwärmung

Klimawandel konkret: Wälder in allen Gebieten der USA zeigen schon messbare Folgen der Erwärmung, wie Klimaforscher berichten. Die Zahl toter Bäume nimmt zu und das Wachstum stagniert. Im Westen sterben teilweise schon ganze Bestände geschlossen ab. Sie sehen dies als Indiz dafür, dass sich die Wälder nicht schnell genug an die klimabedingten Veränderungen anpassen können.
Wegen Dürre abgestorbene Bäume in einem Waldgebiet in Kalifornien.

Wegen Dürre abgestorbene Bäume in einem Waldgebiet in Kalifornien.

Das der Klimawandel gerade an den Wäldern nicht spurlos vorbeigeht, weiß man schon seit längerem. So zeigen Studien, dass vor allem alte Baumriesen am meisten unter der Trockenheit leiden. Zudem hat sich in vielen Regionen, darunter dem Westen der USA, aber auch im Mittelmeerraum, die Waldbrandsaison verlängert und es brennt häufiger.

James Clark von der Duke University und seine Kollegen haben nun erstmals umfassend untersucht, wie sich der Klimawandel auf die Wälder der USA auswirkt. Für diese Bestandsaufnahme werteten sie Daten sowohl von lokalen Erhebungen aus als auch von übergreifenden Studien der letzten Jahre. "Die meiste Waldforschung passiert auf lokaler Ebene, indem die Bäume einzeln begutachtet werden – aber dabei droht man den Wald vor lauter Bäumen aus den Augen zu verlieren", so die Forscher.

Veränderungen schon überall


Das Ergebnis der Metastudie ist erschreckend: Entgegen bisherigen Annahmen sind nicht nur die Wälder im Westen der USA bereits angegriffen, auch in allen anderen Regionen des Landes hat der Klimawandel die Waldgebiete schon verändert. "Alle US-Wälder erfahren bereits Veränderungen und ihr Zustand droht sich aufgrund zunehmender Trockenheit zu verschlechtern", sagt Clark.


Vor allem im Westen der USA gibt es schon jetzt ein trockenheitsbedingtes Baumsterben, bei dem ganze Waldstücke komplett absterben. Hinzu kommen Waldbrände und der Befall mit Borkenkäfern und anderen Schadinsekten. Durch den Klimawandel werden Trockenphasen und Hitzewellen in diesen Gebieten zunehmen, so dass die Forscher eine Ausweitung des Waldverlusts vorhersagen.

Sackgasse im Osten?


Die Wälder im Osten der USA galten bisher noch als stabil, doch die neue Studie widerlegt dies: Auch hier mehren sich die Anzeichen dafür, dass die Umwelt sich schneller verändert, als dies die Bäume vertragen. Unter normalen Umständen würden Baumarten beispielsweise ihr Verbreitungsgebiet in höhere Lagen verlegen oder weiter nach Norden. Doch das Tempo des Klimawandels ist dafür augenscheinlich zu schnell - sie sterben stattdessen ab.

Hinzu kommt, dass im dichtbesiedelten Osten der USA kaum Platz für ein Ausweichen ist. Sind die bisherigen Waldgebiete klimatisch nicht mehr geeignet, wird der Wald sich entweder komplett verändern müssen oder er wird verschwinden. "Welche Wälder wir hier in 20 Jahren haben werden, ist daher schwer vorherzusagen", so Clark.

In jedem Falle aber müsse man mit tiefgreifenden Veränderungen rechnen – und entsprechend rechtzeitig handeln. "Es ist für viele Menschen notwendig zu verstehen, was heute passiert und wie sich der Klimawandel in der Zukunft auf den Wald auswirkt, damit wir mit den Folgen dieser Veränderungen umgehen können", generalisiert Clark. (Global Change Biology, 2016)
(National Science Foundation, 25.02.2016 - NPO)
 
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