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Dienstag, 06.12.2016
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Deutschland produziert gut 40 verschiedene Rohstoffe

Sogar Rheingold und Silber gibt es bei uns – und jede Menge Salze und Sande

238 Millionen Tonnen Sand und Kies und immerhin zehn Kilogramm Gold pro Jahr - das sind die Extreme der Rohstoffgewinnung in Deutschland. Denn bei uns werden immerhin mehr als 40 verschiedene Rohstoffe gewonnen, wie ein neuer Bericht der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) zeigt. Bei einigen spielt Deutschland sogar ganz vorne auf dem Weltmarkt mit.
Goldwaschen am Rhein: In diesen kleinen Sedimentkörnchen verstecken sich auch ein paar Goldflitter.

Goldwaschen am Rhein: In diesen kleinen Sedimentkörnchen verstecken sich auch ein paar Goldflitter.

In der weltweiten Gewinnung von Metallen, Mineralien und anderen Rohstoffe dominieren andere, darunter vor allem China. Deutschland gilt dagegen gemeinhin nicht gerade als sonderlich rohstoffreiches Land – wenn man von Stein- und Braunkohle einmal absieht. Doch dieser Eindruck täuscht, wie jetzt ein neuer Kurzbericht der BGR demonstriert.

Bei Salzen und Sanden vorn


Denn zumindest bei den Salzen spielt Deutschland weltweit vorne mit. "Durch seine geologische Vergangenheit ist Deutschland reich an Salzlagerstätten hoher Qualität", hießt es in dem BGR-Bericht. "Steinsalz wird in sechs Bergwerken und Siedesalz in fünf Salinen gewonnen." Im Jahr 2014 stand Deutschland immerhin an vierter Stelle der Weltproduktion von Natriumchlorid, bei den Kalisalzen an fünfter Stelle.

Sande und Kiese sind in Deutschland ebenfalls reichlich vorhanden. So wurden allein 2014 240 Millionen Tonnen dieser mineralischen Rohstoffe gefördert. Das größte Kieswerk Europas liegt dabei in Mühlberg an der Elbe. Auch zwei der größten Kalksteinwerke Europas liegen in Deutschland. Sie beliefern das Kalkwerk Wüfrath-Flandersbach in Nordrhein-Westfalen jährlich mit mehr als zehn Millionen Tonnen Kalkstein.


Diese Spirale zeigt die Förderung von Rohstoffen in Deutschland nach ihrer Menge

Diese Spirale zeigt die Förderung von Rohstoffen in Deutschland nach ihrer Menge

Sogar Silber und Rheingold


Wer denkt, Silber und Gold gibt es nur in Afrika oder Übersee, der irrt: "Das ist einer der vielen Irrtümer über das vermeintlich rohstoffarme Deutschland", sagt Harald Elsner, Hauptautor des BGR-Berichts. Denn wie der Geologe erklärt, wurden allein 2014 immerhin 121 Tonnen Silber und Kupfer aus einem Bergwerk im Schwarzwald gewonnen.

Und sogar Gold gibt es in Deutschland, denn das einst sagenumwobene Rheingold ist zumindest in kleinem Maßstab real. Denn bei der Gewinnung von Kies aus dem Rhein fielen schon früh kleine Goldflitter zwischen den Kiesen auf. Durch das Rheinwasser einst aus ihren ursprünglichen Lagerstätten ausgespült, haben sich geringe Mengen dieses sogenannten Seifengolds in den Sedimenten des Mittel- und Oberrrheins abgelagert.

Seit 2006 gewinnen das Kieswerk Rheinzabern nördlich von Karlsruhe und eine andere Kieswerke entlang des Rheins dieses Gold durch Abscheidung. Immerhin zehn Kilogramm pro Jahr kommen allein durch die Gewinnung dieses Rheingolds heraus. Das Potenzial ist aber noch viel größer, wie die Geologen erklären. Denn die Weiße Elster in Thüringen und die Eder in Hessen sind die deutschen Flüsse mit den höchsten Seifengoldgehalten in ihren Ablagerungen – und dort wird das Gold noch nicht systematisch gefördert.

Viel Braunkohle, wenig Erdöl und Erdgas


Bei den Energierohstoffen liegt Deutschland vor allem bei der aus Umweltgründen stark umstrittenen Braunkohle weit vorn: "Seit Beginn der industriellen Braunkohlenproduktion ist Deutschland der größte Produzent von Braunkohle weltweit", so Elsner und seine Kollegen. Immerhin 178,2 Millionen Tonnen Braunkohlen wurden 2014 gefördert – das ist sogar etwas mehr als wir im Land verbrauchen.

Beim Erdöl ist dagegen in Deutschlands Untergrund weniger viel zu holen: Nur 2,6 Prozent des deutschen Erdölbedarfs stammt aus heimischer Förderung – ein Großteil davon kommt aus dem im Wattenmeer gelegenen Feld Mittelplate/Dieksand. Beim Erdgas tragen heimische Vorkommen zu zwölf Prozent zur Deckung des Bedarfs bei, Tendenz eher fallend.
(Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), 22.02.2016 - NPO)
 
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