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Dienstag, 27.09.2016
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Was im Essen steckt: Lebensmittelrisiken künftig leichter erkennbar

Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)

Wie sicher sind unsere Lebensmittel? Diese Frage ist künftig mit Hilfe der ersten Total-Diet-Studie für Deutschland leichter zu beantworten. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) stellte heute auf dem BfR-Forum zur Internationalen Grünen Woche in Berlin Konzept und Ziele der Studie vor.
„Zum ersten Mal wird in Deutschland großflächig untersucht, welche Gehalte an unerwünschten Stoffen unsere Lebensmittel nach deren Verarbeitung und Zubereitung aufweisen“, sagt BfR-Präsident Professor Dr. Dr. Andreas Hensel. „Damit leistet die Studie einen wichtigen Beitrag für den gesundheitlichen Verbraucherschutz in Deutschland.“ Die gerade gestartete, erste deutsche Total-Diet-Studie läuft unter dem Namen BfR-MEAL-Studie (Mahlzeiten für die Expositionsschätzung und Analytik von Lebensmitteln).

Genauere Daten zu Hintergrundbelastungen


Die Total-Diet-Studie (TDS) ist eine international anerkannte Methode, die ermittelt, in welchen Konzentrationen Stoffe durchschnittlich in verzehrfertigen Lebensmitteln enthalten sind. Die Ergebnisse dienen unter anderem als Grundlage, mögliche chronische Risiken durch stark belastete Lebensmittel zu erkennen. So lassen sich zum Beispiel Verzehrsempfehlungen für empfindliche Bevölkerungsgruppen oder hinsichtlich bestimmter Lebensmittel ableiten.

Da die BfR-MEAL-Studie bei der Analyse von Stoffen möglichst geringe Nachweisgrenzen vorsieht, liefern die Ergebnisse genauere Daten zu Hintergrundbelastungen als bisher vorliegen. So können künftig für mehr Stoffe vor allem chronische Risiken zuverlässiger bewertet werden. Die Ergebnisse können darüber hinaus auch zur Einordnung akuter Risiken - etwa im Falle einer lebensmittelbedingten Krise - genutzt werden. Bisher waren viele Stoffe in Lebensmitteln nicht nachweisbar oder wurden nur in unverarbeiteten Lebensmitteln untersucht.


Risiken bei der Zubereitung


Erstmals in Deutschland untersucht die BfR-MEAL-Studie großflächig, welche Risiken unter anderem durch Stoffe bei der Verarbeitung und Zubereitung von Lebensmitteln entstehen können. Dazu werden die fertigen Mahlzeiten auf Zusatzstoffe und Prozesskontaminanten, also auf Stoffe, die bei der Zubereitung entstehen, untersucht. So lässt sich zum Beispiel auch ermitteln, welche Gehalte an Acrylamid durchschnittlich in Keksen oder Pommes Frites enthalten sind, die gekauft oder im Haushalt zubereitet werden.

Die Studie berücksichtigt die gesamte Lebensmittelpalette und analysiert die Speisen jeweils in dem Zustand, in dem sie typischerweise verzehrt werden. Zu diesem Zweck werden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des BfR in den kommenden Jahren ca. 50.000 bis 60.000 Lebensmittel im Einzelhandel einkaufen und in einer eigens dazu eingerichteten Küche zubereiten. Diese Proben werden anschließend in Laboren auf verschiedene Stoffgruppen analysiert, sowohl auf gesundheitlich nützliche als auch auf unerwünschte Stoffe.

Neben Zusatzstoffen und Prozesskontaminanten gehören dazu Stoffe aus der Umwelt (Umweltkontaminanten wie z.B. Dioxin), Schimmelpilzgifte (Mykotoxine), Nährstoffe, Pflanzenschutzmittel, Tierarzneimittel und Stoffe, die aus Verpackungen in die Lebensmittel gelangen. Darüber hinaus wird auch untersucht, inwiefern sich die durchschnittliche Belastung mit Stoffen in einzelnen Lebensmitteln je nach Region, Saison oder Produktionsart (z. B. nach biologischem oder konventionellem Anbau) unterscheidet. Erste Ergebnisse für einzelne Stoffgruppen liegen voraussichtlich im Jahr 2018 vor.

Total-Diet-Studien werden derzeit in mehr als 50 Ländern weltweit durchgeführt. Das BfR erhielt vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) den Auftrag, 2015 die erste TDS für Deutschland zu starten. Die BfR-MEAL-Studie ist auf sieben Jahre angelegt.
(Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), 21.01.2016 - NPO)
 
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