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Donnerstag, 18.03.2010
Plankton kühlt Südhalbkugel
Klimaauswirkungen von Algen stärker als im Norden
Sie sind winzig, doch ihr Einfluss reicht weit über ihren Lebensraum, das Meer hinaus: Die Algen des Planktons. Niederländische Wissenschaftler haben jetzt festgestellt, dass sich zwar der größte Teil des marinen Planktons in den Meeren des Nordens tummelt, auf der Südhalbkugel aber haben die meist einzelligen Algen die stärkste Auswirkung auf das Klima.

Abgabe von DMS an die Atmosphäre (rot=viel, blau=wenig)
Abgabe von DMS an die Atmosphäre (rot=viel, blau=wenig)
© Organization For Scientific Research
Mtinkheni Gondwe nutzte Satellitendaten, um die Verteilung des Phytoplanktons in den Ozeanen zu ermitteln. Dabei zeigte sich, dass die Mehrheit des Planktons zwischen den mittleren und hohen Breiten der Nordhalbkugel zu finden war. Dass Algen einen Einfluss auf das Klima haben, ist bereits seit längerem bekannt. Sie produzieren das Gas Dimethylsulfid (DMS), das dazu beiträgt, die Atmosphäre mit Schwefelaerosolen anzureichern. Diese wirken als Kondensationkerne für den in der Luft vorhandenen Wasserdampf und fördern so die Wolkenbildung. Da Wolken einen Teil des Sonnenlichts reflektieren, tragen sie nach Ansicht der Klimaforscher eher zur Abkühlung denn zur Erwärmung der Erde bei.

Nach den neuen Erkenntnissen von Gondwe ist dieser Einfluss der Algen auf die Atmosphäre offenbar auf der Südhalbkugel deutlich größer als im Norden. Ursachen dafür gibt es einige: Die Bewohner der südlichen Meere produzieren mehr DMS als ihre nördlichen Gegenstücke, zudem ist der Austausch von DMS zwischen Meer und Atmosphäre im Süden höher. Die Ozeane nehmen außerdem auf der Südhalbkugel einen größeren Raum ein und vergrößern damit die Austauschfläche zusätzlich.

Doch auch auf Seiten der Atmosphäre unterschieden sich Nord- und Südhalbkugel: Im Süden hat sie eine niedrigere Oxidationskapazität, da hier deutliche weniger aggressive Radikale in der Luft herumschwirren als in der durch Industrieemissionen verunreinigteren Luft des Südens. Als Folge findet auch ein Abbau des DMS in weitaus geringerem Maße statt.

Trotz dieser Effekte hat allerdings der Ausstoß von DMS durch die Planktonalgen nur eine geringe Auswirkung auf das globale Klima, wie Gondwe erklärt. Verglichen mit den Wirkungen von Kohlendioxid oder FCKWs sind die DMS eher schwache Treibhausgase und führen daher eher auf regionaler Ebene zu messbaren Veränderungen.
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