• Schalter wissen.de
  • Schalter wissenschaft
  • Schalter scinexx
  • Schalter scienceblogs
  • Schalter damals
  • Schalter natur
Scinexx-Logo
Logo Fachmedien und Mittelstand
Scinexx-Claim
Facebook-Claim
Google+ Logo
Twitter-Logo
YouTube-Logo
Feedburner Logo
Freitag, 26.05.2017
Hintergrund Farbverlauf Facebook-Leiste Facebook-Leiste Facebook-Leiste
Scinexx-Logo Facebook-Leiste

Gen-Mais: Koexistenz machbar?

Erste Ergebnisse aus Erprobungsanbau mit gentechnisch verändertem Mais

Eine Koexistenz von gentechnisch verändertem Mais im Anbau mit konventionellem Mais führt offenbar nicht zu unkontrollierten Einträgen von gentechnisch veränderten Organismen, wenn grundlegende Vorsichtsmaßnahmen eingehalten werden. Das ist das Ergebnis eines großangelegten Erprobungsanbaus von gentechnisch verändertem Mais in sieben Bundesländern, das gestern auf einer Pressekonferenz in Berlin vorgestellt wurde.
Genmais

Genmais

Bei dem durchgeführten Programm wurde der nachbarschaftliche Anbau von gentechnisch veränderten (gv) und konventionellen Maissorten unter Praxisbedingungen nachgebildet. Dabei wurde untersucht, ob und in welchem Maße der Anbau von Gen-Mais zu wesentlichen Einträgen von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) in Erntepartien nachbarschaftlicher Flächen mit konventionellem Mais führen würde. Dafür nahmen Wissenschaftler der Universität Halle in festgelegten Abständen um die Felder mit Gen-Mais Ernteproben aus der mindestens 60 Meter breiten Ummantelung mit konventionellem Mais. Die anschließende Analyse gab Aufschluß über den durch Pollenflug verursachten gv-Eintrag.

Trennstreifen als Sicherheitszone


Der Leiter der Untersuchungen, Prof. Dr. Eberhard Weber, stellte nun die ersten Daten vor. "Wir können nachweisen, dass der Anteil von GVO-Spuren im angrenzenden konventionellen Maisfeld mit wachsender Distanz sehr schnell abfällt. Von wesentlichen Einträgen in benachbarte Entepartien kann nur innerhalb eines direkt angrenzenden Zehn-Meter-Streifens gesprochen werden", so Weber. "Erntepartien in den untersuchten Streifen von 20 bis 30 Metern weisen nur noch sehr geringe GVO-Spuren auf. Ein Trennstreifen mit konventionellem Mais von 20 Metern Breite würde daher ausreichen, um wesentliche Einträge in direkt benachbarte konventionelle Nachbarfelder auszuschließen". Bei größeren konventionellen Maisflächen könne man - nach Absprache zwischen den Nachbarn - den Gen-Mais sogar direkt angrenzend ohne Trennstreifen anbauen.

Weiterhin Pro und Contra


Diese Erkenntnis ist für einen großflächigen Anbau von Gen-Sorten von großer Bedeutung. Die Landwirte wollen verhindern, dass die aus Auskreuzung resultierenden Spuren von Gen-Mais in der Ernte benachbarter Felder mit nicht-transgenem Mais den Kennzeichnungsschwellenwert von 0,9 Prozent übersteigen. Dies würde zu einer Kennzeichnung des entsprechenden Erntegutes führen, weshalb die Landwirte Absatzeinbußen fürchten.

"Diese Ängste sind unbegründet", sagte Horst Rehberger, Wirtschaftsminister des Landes Sachsen-Anhalt, das die wissenschaftlichen Untersuchungen zusammen mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert. "Nun liegen auch aus Deutschland zuverlässige Daten vor, die bestätigen, dass die Koexistenz eben doch machbar ist."


Weiterhin skeptisch sind allerdings Kritiker der Gentechnik und der Freisetzungsversuche. So fürchten beispielsweise Imker eine Verunreinigung des Honigs durch gentechnisch veränderten Pollen, die Gentechnikexpertin der Grünen Bundestagsfraktion zitierte internationale Studien, bei denen von zehn Unteruschungen fünf nachteilige Ergebnisse gehabt hätten.
(InnoPlanta, Die Grünen, 25.11.2004 - NPO)
 
Printer IconShare Icon