• Schalter wissen.de
  • Schalter wissenschaft
  • Schalter scinexx
  • Schalter scienceblogs
  • Schalter damals
  • Schalter natur
Scinexx-Logo
Logo Fachmedien und Mittelstand
Scinexx-Claim
Facebook-Claim
Google+ Logo
Twitter-Logo
YouTube-Logo
Feedburner Logo
Dienstag, 17.01.2017
Hintergrund Farbverlauf Facebook-Leiste Facebook-Leiste Facebook-Leiste
Scinexx-Logo Facebook-Leiste

Bodenversieglung in Europa

Ausbaus des Verkehrswegenetzes

Bodenversiegelung

Bodenversiegelung

Im Zuge des Ausbaus unserer Städte und des Verkehrswegenetzes werden immer mehr Flächen mit undurchlässigen Materialien wie Teer und Beton versiegelt. Quasi vakuumverpackt werden Böden so weitgehend von den natürlichen Austauschprozessen abgekoppelt. Die Folge: die Böden verlieren ihre Funktionen zum Beispiel als Puffer- und Filtersystem. Das Ausmaß der Beeinträchtigungen geht aber noch darüber hinaus. So verändern sich beispielsweise die Fließmuster der Flüsse. Außerdem werden Habitate von Tieren und Pflanzen zerstückelt.

Die Bedeutung der Böden und die Notwendigkeit ihres Erhaltes werden zwar auch auf der europäischen politischen Ebene zunehmend anerkannt, dennoch ist Bodenversieglung eines der Hauptprobleme in Mitteleuropa und den Küstenregionen des Mittelmeeres. Berichte über zunehmend schlechtere Bodenbedingungen in der EU mehren sich. Viele dieser Beeinträchtigungen sind zudem nahezu irreversibel. Boden als Lebensraum und Regler im Naturhaushalt geht verloren.

Urbanisierung und Tourismus


Die Verlustraten durch Oberflächen-versieglung sind in stark urbanisierten Ländern wie den Benelux-Ländern oder Deutschland besonders hoch. In Städten ist der Raum für eine weitere mögliche Bodenversieglung weitestgehend ausgeschöpft. Die höchsten Zuwachsraten sind noch in oder am Rande von Vorortgebieten zu erwarten. Anders ist die Situation entlang den Küstenregionen im mediterranen Raum. Hier sind die Urbanisierung und die Bodenversieglung mit dem schnellen Anwachsen des Tourismus verknüpft. Dieser Trend wird voraussichtlich weiter ansteigen. Nur in weniger dicht besiedelten Ländern wie Portugal, Finnland und Irland ist mit einem geringen Anstieg von Bodenversieglungen zu rechnen.

Hauptverkehrsstraße

Hauptverkehrsstraße

Hohe Ansprüche


Der Zuwachsraten an verbauten Flächen steigen in Europa schneller an als das Bevölkerungs-wachstum. Für den Bodenkundler Olaf Düwel von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe in Hannover sind daher neben dem Tourismus auch gestiegene Ansprüche der Bevölkerung Hauptursache für die steigende Forderung nach bebaubarem Gelände. Immer mehr Menschen wollen außerhalb der Stadtzentren leben. Die Zahl an Baumaßnahmen in Vororten steigt ebenso wie der Bedarf an Supermärkten und Freizeitzentren und die daran gekoppelte Ausdehnung des öffentlichen Nahverkehrs. Entsprechend bestimmen großräumige Planungsstrategien im hohen Maße die Zunahme von Bodenversieglungen. Weder die ökonomischen, noch die ökologischen, noch die sozialen Auswirkungen von irreparablen Bodenversieglungen werden bislang genügend berücksichtigt.

Gartenarbeit

Gartenarbeit

Für eine Bewertung dieser Auswirkungen fehlt jedoch eine europaweite Informationsstruktur. Der Grad der Bodenversieglung ist lediglich für eine begrenzte Anzahl an Ländern bekannt. Darüber hinaus sind viele der relevanten Daten wegen der Anwendung verschiedener Erfassungsmethoden nur eingeschränkt vergleichbar. Informationen über die Qualität der von Versieglung betroffenen Böden, gibt es kaum.

"Eine gewisse Abnahme der Verfügbarkeit von Böden ist unvermeidbar, aber wenn versiegelte Böden eine entscheidende Rolle für die Nahrungsproduktion, den Umweltschutz, die Kontrolle von Überflutungsgebieten oder andere Schlüsselfunktionen spielen, schaden die Konsequenzen der Versieglung einer nachhaltigen Entwicklung." (Kommission der Europäischen Gemeinschaften, 2002).

Weiterführende Links:
Bodenfunktionen
Bundesbodenschutzgesetz
Bodenkunde
Deutsche Bodenkundliche Gesellschaft
(Schubert und O. Düwel, Referat "Bodenwasser und Stoffhaushalt"/Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, 10.07.2003 - Dr. Nicole Schmidt / GFZ Potsdam)
 
Printer IconShare Icon