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Dienstag, 31.05.2016
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Schottland: Hunderte Dinosaurier-Spuren entdeckt

Urzeit-Pflanzenfresser hinterließen Unmengen von Fußabdrücken auf der Insel Skye

Spannender Fund: Auf der Insel Skye haben Paläontologen hunderte von Dinosaurier-Spuren entdeckt. Die bis zu 70 Zentimeter großen Abdrücke sind 170 Millionen Jahre alt und stammen von 15 Meter großen und mehr als zehn Tonnen schweren Pflanzenfressern. Sie sind damit die ersten Sauropoden-Spuren in Schottland. Das Spannende daran: Aus dieser Zeit gibt es bisher nur wenige Dinosaurier-Zeugnisse. Zudem liegen die Spuren dort dermaßen dicht, dass dort eine ganze Herde umhergetrampelt sein muss.
In der Nähe dieser Bucht auf Skye wurden die Dinosaurier-Fußabdrücke gefunden

In der Nähe dieser Bucht auf Skye wurden die Dinosaurier-Fußabdrücke gefunden

Neben Knochen und Zähnen sind Fußabdrücke die wichtigsten Relikte ausgestorbener Tiere wie der Dinosaurier. So verrät beispielsweise eine 2009 im französischen Lyon entdeckte Dinospur, dass dort vor rund 150 Millionen Jahren 25 Meter lange Sauropoden auf Nahrungssuche waren. Und erst vor kurzem belegten in Alaska entdeckte Fußabdrücke, dass die Dinosaurier sogar bis in den Hohen Norden verbreitet waren und selbst Kälte nicht scheuten.

Weitaus seltener jedoch sind Fossilien und Fußabdrücke aus dem Mittleren Jura – der Zeit vor 165 bis 180 Millionen Jahren. Die schottische Insel Skye ist weltweit einer der wenigen Orte, an denen man zumindest einige Zähne und kleinere Knochen von Dinosauriern dieser Zeit gefunden hat. Umso bedeutender ist nun eine Entdeckung, die Paläontologen in einer Gesteinsformation auf der Insel gemacht haben.

Einige der Dinosaurier-Spuren auf der Insel Skye

Einige der Dinosaurier-Spuren auf der Insel Skye

Hunderte Fußspuren von Sauropoden


In einer 170 Millionen Jahre alten Gesteinsschicht stießen die Forscher auf mehrere hundert, dicht an dicht und in mehreren Schichten vorhandene Fußabdrücke von Dinosauriern. Sie stammen von Sauropoden, gewaltigen langhalsigen Pflanzenfressern, die wenig später zu den größten Tieren der Erdgeschichte gehörten. Die bis zu 70 Zentimeter großen Fußabdrücke zeigen den Abdruck einer Klaue am ersten Zeh und eine eher schmal verlaufende Gangspur.


Die Paläontologen schließen daraus, dass diese Spuren von frühen Sauropoden hinterlassen wurden, die rund 15 Meter lang und mehr als zehn Tonne schwer waren. Es handelte sich wahrscheinlich um Vorläufer von so wohlbekannten Arten wie dem Diplodocus oder Brontosaurus. "Die Abdrücke liefern Belege dafür, dass basale Sauropoden noch bis tief in den Mitteljura existierten – einer Zeit, in der sich bereits die frühesten Vertreter der weiterentwickelten und noch größeren Sauropodenlinien ausbreiteten", berichten die Forscher.

"Wie eine versteinerte Dinosaurier-Disko"


"Diese neuentdeckten Fußspuren sind eine der bemerkenswertesten Dinosaurier-Entdeckungen die jemals in Schottland gemacht wurden", sagt Studienleiter Steve Brusatte von der University of Edinburgh. "Hier gibt es so viele Spuren, die einander überkreuzen, dass es wie eine in Stein konservierte Dinosaurier-Disko aussieht."

Die Sauropoden wanderten einst in einer flachen Lagune umher

Die Sauropoden wanderten einst in einer flachen Lagune umher

Zur Lebenszeit dieser Dinosaurier war es in der Gegend des heutigen Skye deutlich wärmer als heute, an Stelle der Insel lag dort eine flache Salzwasser-Lagune. "Indem man ihren Spuren folgt, kann man sozusagen mit diesen Dinosauriern durch das Wasser dieser Urzeit-Lagune waten", so Brusatte. Wie der Paläontologe erklärt, bestätigen diese Fußabdrücke, dass die Sauropoden viel Zeit in den Küstengebieten und im flachen Wasser verbrachten.

"Dieser Fund etabliert die Insel Skye als bedeutendes Gebiet für die Erforschung des Mittleren Jura", sagt Koautor Tom Challands von der University of Edinburgh. "Es ist einfach aufregen, eine solche Entdeckung zu machen. Das Beste daran ist aber, dass das nur die Spitze des Eisbergs ist. Ich bin sicher, dass wir auf Skye noch weitere Fundstätten und Fossilien entdecken werden." (Scottish Journal of Geology, 2015; doi: 10.1144/sjg2015-005)
(University of Edinburgh, 02.12.2015 - NPO)