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Montag, 05.12.2016
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Start für den Klimagipfel von Paris

Regierungschefs müssen heute die Weichen für die weiteren Verhandlungen stellen

Es geht los: Heute treffen sich die Regierungschefs von mehr als 190 Ländern in Paris zum Welt-Klimagipfel. Trotz Terrorgefahr und verstärkten Sicherheitsauflagen geht es heute darum, die Weichen für die kommenden Verhandlungen und den Klimaschutz zu stellen. Ziel ist es, endlich ein internationales Klimaabkommen zu beschließen, das die globale Erwärmung ausreichend bremst, um schwere Folgen zu verhindern.
Die Welt schaut auf den Klimagipfel in Paris

Die Welt schaut auf den Klimagipfel in Paris

Weltweit haben am Sonntag vor Beginn des Klimagipfels hunderttausende Menschen für den Klimaschutz demonstriert und die Politiker aufgefordert, endlich konsequent zu handeln. Sogar in Paris gingen trotz Terrorwarnungen und des Demonstrationsverbots Tausende Menschen auf die Straße und bildeten eine Menschenkette. Inzwischen sind die Regierungschefs der Teilnehmerstaaten in Paris eingetroffen und das vielleicht entscheidende Segment des Klimagipfels beginnt.

Die große Frage wird sein, ob und wie weit die Regierungschefs ihren Verhandlungsteams grünes Licht geben, um beim Klimagipfel bisherige Zusagen im Klimaschutz und in der Finanzierung von Anpassungsmaßnahmen für ärmere Länder zu erweitern. Denn noch reichen die bisherigen Reduktionzusagen nicht aus, um das Zwei-Grad-Ziel zu erreichen. Und auch das Geld, das Entwicklungsländer als Unterstützung für ihre Klimaschutzanstrengungen fordern, hat noch nicht sein Soll erreicht.

Treibhausgas-Emissionen

Treibhausgas-Emissionen

Was bringen die bisherigen Zusagen?


Ausgangspunkt für die Verhandlungen auf dem Klimagipfel sind die sogenannten Intended Nationally Determined Contributions (INDC). Immerhin gut 155 Staaten haben schon im Vorfeld solche nationalen Klimaschutzpläne eingereicht, in denen sie ihre Reduktionsziele bis zum Jahr 2030 darlegen. So verpflichten sich die USA darin, ihre CO2-Emissionen bis 2025 um 26 bis 28 Prozent gegenüber 2005 zu senken, China sichert zu, im Jahr 2030 den Höhepunkt seiner Emissionen erreichen zu wollen und ab dann stetig zu senken.


Allerdings: Die Analyse der zur Pariser Konferenz eingereichten Klimaschutzpläne belegt, dass sie allein nicht ausreichen, um die Erderwärmung wirksam zu begrenzen. Nach Angaben der UNFCCC entsprechen die bisherigen Pläne ungefähr einer Erwärmung um drei Grad bis 2100 – und auch das nur, wenn die Reduktionen nach 2030 konsequent weitergeführt und verstärkt werden.

30 bis 50 Prozent Chance auf das Zwei-Grad-Ziel


Eine vor wenigen Tagen im Fachmagazin "Science" veröffentlichte Studie sieht es ähnlich: "Die langfristige Temperaturentwicklung hängt entscheidend von den Reduktionsbemühungen nach 2030 ab", sagt Gokul Iyer vom Pacific Northwest National Laboratory. "Die INDCs sind ein Trittstein hin zu dem, was in der Zukunft noch getan werden muss." Den Prognosen der Forscher nach könnten die
INDCs das Risiko für eine Erwärmung um vier Grad bis 2100 immerhin um 75 Prozent senken, wenn sie weitergeführt werden.

Das Zwei-Grad-Ziel ist demnach durch die INDCs allein nicht erreichbar, aber immerhin nicht unmöglich: "Wenn der Ehrgeiz für die Zeit nach 2030 hochgesetzt wird, dann steigt die Wahrscheinlichkeit, das Zwei-Grad-Ziel zu erreichen, auf 30 Prozent", berichten die Forscher. "Wenn wir von noch höheren Emissions-Reduktionen ausgehen, könnte die Chance auf 50 Prozent oder mehr steigen." Ob dies der Fall sein wird, muss sich unter anderem in Paris entscheiden.

"Taten statt Sonntagsreden"


"Es ist Zeit, nun die ersten Joker aus dem Ärmel zu ziehen", kommentiert Christoph Bals von Germanwatch. "Wir erwarten von den Regierungschefs keine Sonntagsreden am Montag, sondern eine anspruchsvolle Beschleunigung der Verhandlungen." Ähnlich sieht es auch die Umweltschutzorganisation BUND. Sie fordert vor allem von den großen Emittenten USA, China, der EU und Kanada Nachbesserungen.

"Taten statt Worte beim Klimaschutz - die Weltgemeinschaft erwartet, dass dieses Signal aus Paris kommt", sagt der BUND-Vorsitztender Hubert Weiger. "Beim Ausstieg aus fossilen Energien müssen jene Staaten vorangehen, die ihre Industrien auf Kosten des Klimas ausgebaut und dabei am meisten Klimagase ausgestoßen haben." Das sehen auch die vom Klimawandel besonders betroffenen Länder, darunter die Inselstaaten so.

Mehr zum Klimagipfel und zum Klimaschutz in unserem Special Klimagipfel 2015
(Science/ BUND/ Germanwatch, 30.11.2015 - NPO)
 
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