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Montag, 23.10.2017
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Kakao macht Hähnchen hungrig

Kräuter und Kakaoschalen könnten leistungsfördernde Antibiotika ersetzen

Masthähnchen lecken sich sprichwörtlich den Schnabel, wenn ihr Futter mit Bohnenkraut oder Schwarzkümmel gewürzt ist. Auch ein Hauch zermahlener Kakaoschalen wird von den Tieren sehr geschätzt. In Fütterungsversuchen haben Wissenschaftler herausgefunden, dass die Hähnchen von diesem Futter mehr fressen und dadurch auch ein höheres Mastgewicht erreichen.
In der Studie der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL) und des Instituts für Getreideverarbeitung wurden dem Futter zehn Gramm Schwarzkümmel-Saat pro Kilogramm zugesetzt, erhöhte sich das Endgewicht der Hähnchen um 6,5 Prozent. Ähnliches galt für Bohnenkraut. Die Zugabe von der gleichen Menge an Kakaoschalen führte zu einer Gewichtszunahme von immerhin noch fünf Prozent am Ende der 35-tägigen Mast. Etwas differenzierter war das Bild bei der Zugabe von Oregano ("wilder Majoran"): Die Hähnchen fraßen weniger, verwerteten das Futter aber besser. Dieser Effekt zeigte sich besonders deutlich, wenn statt des Krauts nur das aus Oregano destillierte ätherische Öl beigemischt wurde.

Ziel der Wissenschaftler ist es, Alternativen zu Antibiotika zu finden, die in gewissem Umfang immer noch als Leistungsförderer bei der Hähnchenmast eingesetzt werden dürfen. Da bekannt ist, dass zahlreiche ätherische Öle aus Küchenkräutern eine antimikrobielle und verdauungsregelnde Wirkung besitzen, lag es nahe, die Auswirkung der Kräuter im Futter zu testen. Kakaoschalen gerieten ins Visier der Forscher, weil sie viele Struktur-Kohlenhydrate aufweisen, die prebiotische Wirkungen im Tier haben können. Prebiotika beeinflussen das Wachstum von Mikroorganismen im Darm.

Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass sich die gesundheitsunterstützende Wirkung der untersuchten Substanzen gerade in Stress-Situationen positiv auf die Tiere auswirken kann.
(idw - Senat der Bundesforschungsanstalten, 22.11.2004 - DLO)
 
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