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Samstag, 30.07.2016
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Stillen senkt Brustkrebs-Risiko

Metastudie zeigt weniger aggressive Brusttumoren bei stillenden Müttern

Stillen schützt vor Brustkrebs: Bei stillenden Müttern sinkt das Risiko einer besonders aggressiven Art von Brusttumoren um bis zu 20 Prozent. Zu diesem Ergebnis kamen US-Forscher in einer Metastudie. Da das Stillen auch weitere große Vorteile für Mutter und Kind bietet, sollten Schwangere und junge Mütter noch besser über den Nutzen dieser Schutzmaßnahme informiert werden, betonen die Wissenschaftler.
Stillen bringt Kindern und Müttern große Vorteile: Bei der Mutter senkt es das Brustkrebsrisiko.

Stillen bringt Kindern und Müttern große Vorteile: Bei der Mutter senkt es das Brustkrebsrisiko.

Wenn Mütter ihre Kinder stillen, hat das große Vorteile für das Kind: Bestandteile der Muttermilch fördern das Immunsystem und schützen vor Entzündungen und Infektionen. Außerdem schafft das Stillen eine engere soziale Bindung zwischen Mutter und Kind, was sich auch auf dessen späteres Verhalten und sogar den Erfolg in der Schule auswirkt. Darüber hinaus profitieren auch Mütter davon, wenn sie ihren Babys regelmäßig die Brust geben: Studien haben gezeigt, dass stillende Mütter seltener Diabetes bekommen.

20 Prozent weniger aggressiver Brustkrebs


Einen weiteren großen Nutzen des Stillens hat ein Forscherteam unter Leitung von Marisa Weiss vom Lankenau Medical Center im US-Bundesstaat Pennsylvania nun herausgefunden: Es senkt das Risiko, an einer besonders aggressiven Art von Brustkrebs zu erkranken, um bis zu 20 Prozent. Zu diesem Ergebnis kamen die Forscher in einer Metastudie, für die sie über 35.000 Brustkrebsfälle aus 27 Einzelstudien auswerteten.

Sogenannter Hormonrezeptor-negativer (HRN) Brustkrebs tritt demnach bei stillenden Müttern seltener auf. Bei dieser Art von Brustkrebs, die rund ein Fünftel der gesamten Brustkrebsfälle ausmacht, fehlen bestimmte Rezeptoren auf den Tumorzellen. Solche Tumoren sprechen oft nicht auf die gängigen Therapien an und werden außerdem oft erst in späteren Stadien erkannt. Dieses Zusammenspiel macht HRN Brustkrebs so aggressiv.


Stillen ist eine leicht umzusetzende Schutzmaßnahme


Faktoren, die das Risiko für HRN Brustkrebs erhöhen, sind unter anderem Übergewicht und mehrere frühe Schwangerschaften. Gerade davon betroffene Frauen stillen ihre Kinder jedoch erfahrungsgemäß seltener, merken die Forscher an. Dadurch steigt ihr Brustkrebsrisiko den neuen Erkenntnissen zufolge möglicherweise noch weiter. Auch eine Mutation des Risiko-Gens BRCA1 steigert die Gefahr durch HRN Brustkrebs.

Schwangere Frauen und junge Mütter seien für gesundheitliche Themen besonders empfänglich, betonen die Wissenschaftler. Daher sei es wichtig, umfassend über den Nutzen des Stillens für Mutter und Kind zu informieren. Die neuen Erkenntnisse über den Schutz vor Brustkrebs seien dabei besonders ermutigend, so Studienleiterin Weiss. Außerdem sei Stillen als Schutzmaßnahme einfach umzusetzen: "Stillen ist eine relativ leicht zugängliche und kostengünstige kurzfristige Maßnahme, die langanhaltenden natürlichen Schutz bietet." (Annals of Oncology, 2015; doi: 10.1093/annonc/mdv379)
(American Cancer Society, 29.10.2015 - AKR)