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Sonntag, 25.09.2016
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Sommerkinder sind häufiger spätreif

Geburtsmonat beeinflusst Größe, Gesundheit und bei Frauen auch den Beginn der Pubertät

Wann sind Sie geboren? Die Antwort auf diese Frage verrät mehr über Ihre Gesundheit als Sie glauben. Denn Sommerkinder sind im Durchschnitt größer und gesünder, wie Forscher herausgefunden haben. Und: Mädchen, die im Juni, Juli und August geboren wurden, kommen später in die Pubertät als Winterkinder. Warum allerdings die Jahreszeit der Geburt einen so nachhaltigen Einfluss hat, ist bisher noch unklar.
Die Zeitpunkt der Geburt hat Einfluss auf die Gesundheit

Die Zeitpunkt der Geburt hat Einfluss auf die Gesundheit

Ob wir ein "Sommerkind" sind oder im Winter geboren, scheint vor allem für unsere spätere Gesundheit eine größere Rolle zu spielen, als man lange dachte. So stellten Forscher erst vor wenigen
Monaten fest, dass immerhin 55 Krankheiten signifikant häufiger bei Menschen auftraten, die in einem bestimmen Monat oder zu einer bestimmten Jahreszeit geboren waren. Und auch unser Temperament und die Frage, ob wir Linkshänder sind oder nicht, hängt in gewissem Maße von unserem Geburtszeitpunkt ab.

Schwerere Kinder im Juni, Juli und August


John Perry von der University of Cambridge und seine Kollegen haben nun einen weiteren Einfluss der Geburts-Jahreszeit ausfindig gemacht. Für ihre Studie hatten sie die Geburtszeitpunkte und Gesundheitsdaten von 450.000 Männern und Frauen ausgewertet, die in der britischen Biobank-Datenbank erfasst sind. Im Fokus der Forscher standen dabei besonders das Geburtsgewicht, die Größe als Erwachsener und der Zeitpunkt der Pubertät bei Mädchen.

Das Ergebnis: Kinder im Juni, Juli und August geboren wurden, waren bei der Geburt im Durchschnitt etwas schwerer und später als Erwachsene auch größer als Winterkinder. Wie die Forscher erklären, gilt das Geburtsgewicht als Indikator für eine gute Gesundheit. "Das zeigt, dass der Geburtsmonat einen messbaren Effekt auf die Entwicklung schon im Mutterleib hat", sagt Perry.


Spätere Pubertät bei Sommer-Frauen


Noch interessanter aber: Bei den Frauen entdeckten die Wissenschaftler einen Zusammenhang zwischen Geburtszeitpunkt und Einsatz der Pubertät: Bei Mädchen, die im Sommer geboren wurden, setzte die erste Menstruation im Durchschnitt etwas später ein als bei im Winter Geborenen. Und auch dies gilt als Anzeichen für eine robuste Gesundheit.

"Dies ist das erste Mal, dass die Zeit der Pubertät mit der Jahreszeit der Geburt in Verbindung gebracht wurde", sagt Perry. "Wir waren überrascht und erfreut zu sehen, wie gut die Ergebnisse zum Geburtsgewicht und zur Pubertät zusammen passten." Beides zusammen spricht nach Ansicht der Forscher dafür, dass Sommerkinder und vor allem Sommerfrauen, später gesünder durchs Leben gehen.

Sonnenlicht in der Schwangerschaft verantwortlich?


Der Mechanismus, über den die Jahreszeit die Entwicklung der Ungeborenen beeinflusst, ist bisher unbekannt. Die Forscher vermuten jedoch, dass die Sonnenstrahlung während der Schwangerschaft zumindest zum Teil eine Rolle spielen könnte. Denn die Mütter von im Hochsommer geborenen Kindern bekommen im zweiten Schwangerschaftsdrittel mehr Sonne als die von Winterkindern, deshalb produziert ihr Körper in dieser Zeit auch mehr Vitamin D.

"Wir vermuten, dass die erhöhte Vitamin D Exposition der Ungeborenen wichtig sein könnte", sagt Perry. "Aber wir müssen erst die Mechanismen dafür verstehen, bevor wir daraus konkrete Gesundheitsvorteile ableiten können." Denn bisher ist der Zusammenhang mit dem Vitamin D nur eine Hypothese von vielen. Und es das allein erklärt auch noch nicht, warum die positiven Effekte dann nicht auch bei Herbstkindern auftreten – ihre Mütter haben im Hochsommer ja sogar noch mehr Sonnenlicht getankt.

Die Frage nach dem Mechanismus bleibt daher vorerst weiter offen. Die Spanne der Faktoren, die die jahreszeitlichen Unterschiede erklären könnten, reicht momentan von der Tageslänge nach der Geburt bis zu den gerade kursierenden Erregern oder dem Zustand der Mutter während der Schwangerschaft. (Heliyon, 2015; doi: 10.1016/j.heliyon.2015.e00031)
(Elsevier, 13.10.2015 - NP)
 
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