• Schalter wissen.de
  • Schalter wissenschaft
  • Schalter scinexx
  • Schalter scienceblogs
  • Schalter damals
  • Schalter natur
Scinexx-Logo
Logo Fachmedien und Mittelstand
Scinexx-Claim
Facebook-Claim
Google+ Logo
Twitter-Logo
YouTube-Logo
Feedburner Logo
Samstag, 03.12.2016
Hintergrund Farbverlauf Facebook-Leiste Facebook-Leiste Facebook-Leiste
Scinexx-Logo Facebook-Leiste

Urzeitlicher Doppeltreffer

Zwei Fragmente einer Asteroidenkollision trafen Schweden vor 458 Millionen Jahren

Doppelter Einschlag: In Mittelschweden haben Forscher einen doppelten Einschlagskrater entdeckt, der größere der beiden ist immerhin mehr als sieben Kilometer groß. Sie zeugen davon, dass diese Region vor 458 Millionen Jahren von zwei Meteoriten gleichzeitig getroffen wurde. Wahrscheinlich handelte es sich um Fragmente einer kurz zuvor stattgefundenen Kollision im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter, wie die Forscher berichten.
So könnte der doppelte Einschlag in Meer vor 458 Millionen Jahren ausgesehen haben.

So könnte der doppelte Einschlag in Meer vor 458 Millionen Jahren ausgesehen haben.

Der gleichzeitige Einschlag zweier Meteoriten auf der Erde ist eher rar. Ein bekanntes Beispiel ist das Nördlinger Ries mit dem kleineren Steinheimer Becken. Anfang dieses Jahres entdeckten Forscher in Australien eine doppelte Impaktstruktur, die sogar der größte bekannte Einschlagskrater sein könnte. Die bekannten Clearwater-Krater in Kanada waren dagegen kein echter Doppeltreffer, sie entstanden im Abstand von 180 Millionen Jahren.

Doppelter Einschlag ins Meer


Jetzt haben Forscher der Universität Göteborg in Schweden Spuren eines weiteren echten Doppel-Einschlags entdeckt. Die Krater liegen in Jämtland, einer von Seen und Gebirgen geprägten Region im Norden Schwedens. Der größere Krater besitzt einen Durchmesser von 7,5 Kilometern, der kleinere liegt 16 Kilometer entfernt und ist 700 Meter groß. Zum Vergleich: Das Nördlinger Ries misst 25 Kilometer im Durchmesser.

"Die beiden Meteoriteneinschläge ereigneten sich zur gleichen Zeit, vor 458 Millionen Jahren ", sagt Erik Sturkell von der Universität von Göteborg. Zur Zeit der Einschläge war Jämtland ein Meeresgebiet, rund 500 Meter war der Ozean an dieser Stelle tief, wie die Forscher erklären. Als die Meteoriten auftrafen, verdrängten und verdampften sie das Wasser.


Meteoritenrest in Kalkstein

Meteoritenrest in Kalkstein

Eine gigantische Flutwelle riss Teile des Meeresbodens und Meteoriten mit sich und verursachte einen gewaltigen Tsunami. Die Einschlagstelle war jedoch für kurze Zeit völlig trocken. "Erst dann strömte das Wasser wieder zurück und spülte dabei Fragmente der Meteoriten vermischt mit ausgeschleudertem Untergrundmaterial wieder zurück", so Sturkell.

Kollision im Asteroidengürtel


Bohrungen ergaben, dass die gleichen Gesteinsabfolgen in beiden Krateruntergründen vorhanden sind und dass die nach dem Impakt abgelagerten Sedimente das gleiche Alter haben. Von den Meteoriten selbst sind nur kleine Mineralkörnchen erhalten. "Daher müssen die Einschläge gleichzeitig erfolgt sein", sagt Sturkell. Nach Angaben der Forscher ist dies einer der ersten Doppeleinschläge der Erdgeschichte, der eindeutig bewiesen ist.

Die beiden Treffer waren aber wohl nicht die einzigen zu dieser Zeit: "Vor rund 470 Millionen Jahren kollidierten zwei große Asteroiden im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter", erklärt Sturkell. "Viele Fragmente dieser Kollision wurden auf neue Bahnen geschleudert." Einige davon trafen auch die Erde, so auch die beiden Meteoriten in Jämtland.
(Universität Göteborg, 14.09.2015 - NPO)
 
Printer IconShare Icon