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Freitag, 10.02.2012
Apfelsaft schützt vor Darmkrebs
Sorgen Polyphenole für vorbeugende Wirkung?
Ernährungsexperten haben herausgefunden, dass im Apfelsaft Inhaltsstoffe enthalten sind, die vor Darmkrebs und anderen Darmerkrankungen schützen können. Eine Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung soll nun klären, wie Apfelsaft und seine Inhaltsstoffe wirken.

Apfel
Apfel
© VdF
"An apple a day keeps the doctor away." Dieser Satz über die gesundheitliche Bedeutung von Äpfeln ist auch in Deutschland mittlerweile wohlbekannt. Forscher haben nun entdeckt, dass vor allem auch der Apfelsaft vor Krankheiten schützen kann. Ein Team von deutschen Wissenschaftlern hat sich deshalb zu einem Verbund zusammengeschlossen, um die Inhaltsstoffe des Apfelsaftes und ihre Wirkungen zu untersuchen.

Neben Vitaminen und Ballaststoffen werden vor allem den sekundären Pflanzenstoffen des Apfels und des Apfelsaftes krankheitsvorbeugende Wirkungen zugeschrieben. Im Zusammenhang mit dem Schutz vor Krebs gelten die so genannten Polyphenole als besonders interessant. Der Sprecher des Forschungsteams, Prof. Dr. Dieter Schrenk von der Technischen Universität Kaiserslautern, erklärt: "Es ist unser Ziel, die Einflüsse dieser Substanzen auf die Tumorentstehung und entzündliche Prozesse speziell im Darm zu untersuchen." Neben den
Polyphenolen gilt das Augenmerk des Forschungsverbundes den Kohlenhydraten des Apfelsaftes.

Aufgabe der Forscher ist es, aus der großen Gruppe der Polyphenole jene Verbindungen zu identifizieren, die besonders ausgeprägte Schutzfunktionen ausüben. Besonders reich an diesen hochwirksamen Substanzen sind oftmals alte Apfelsorten, die wegen ihres hohen Gehaltes an Gerbstoffen keinen guten Geschmack haben. Schrenk und seine Kollegen haben aber bereits eine Lösung für dieses Problem: "Durch eine Kombination der alten Apfelsorten mit neueren Sorten können wir einen geschmacklich hervorragenden Apfelsaft mit hohem Gehalt an den wirksamen Polyphenolen produzieren." Zusätzlich kann der Geschmack des Apfelsaftes über andere Einflussfaktoren wie Erntezeitpunkt, Lagerung und Produktionsmethoden variiert werden.

Die Netzwerk-Beteiligten haben klare und trübe Apfelsäfte, Apfelsaftextrakte und Trubstoffe aus naturtrüben Apfelsäften in ihre Forschungen einbezogen. "Unsere bisherigen Ergebnisse aus Zell- und Tierstudien sind wirklich sensationell", erläutert Schrenk. "Wir können eindeutig sagen, dass Apfelsaft und eine Reihe seiner Inhaltsstoffe der Entstehung von krebsfördernden Veränderungen entgegen wirken und Entzündungen unterdrücken." Die Ergebnisse legen nahe, dass der regelmäßige Verzehr von Äpfeln sowie der Genuss von Apfelsaft, insbesondere von naturtrüben Produkten, Darmkrebs und entzündlichen Darmerkrankungen effektiv vorbeugt.

Insgesamt sind an Ernährungsnetzwerk neun Universitäten und wissenschaftliche Einrichtungen zur Erforschung der Rolle von Nahrungsbestandteilen in der Genese von Darmkrankheiten und Möglichkeiten der Prävention durch Ernährung beteiligt. Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).
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