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Samstag, 25.03.2017
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Mutiertes Gen verursacht Parkinson

Entdeckung könnte zu neuen Therapiemöglichkeiten führen

Ein internationales Team aus Wissenschaftlern hat ein Gen entdeckt, das im Fall einer Mutation eine erbliche Form der Parkinson-Krankheit auslöst. Obwohl die Parkinson-Krankheit in der Mehrzahl der Fälle nicht erblich ist, könnte diese Entdeckung zu neuen Möglichkeiten der Therapie oder zur Verhütung der Erkrankung führen.
DNA-Analyse

DNA-Analyse

Parkinson ist eine der häufigsten degenerativen Krankheiten. Die Betroffenen erkranken meist in fortgeschrittenem Alter, leiden unter zunehmender Störung der Motorik und werden häufig zu Pflegefällen. Direkte Ursache der Symptome ist ein Mangel des Nervenüberträgerstoffs Dopamin im Gehirn. Dieser kann durch Medikamente eine Zeit lang ausgeglichen werden, eine Therapie gegen das unaufhaltsame Fortschreiten der Erkrankung und der damit einhergehenden Behinderung ist bis jetzt jedoch nicht möglich. Mit der Entdeckung der molekularen Grundlagen der relativ seltenen erblichen Formen der Parkinson-Krankheit hoffen die Wissenschaftler nun einen Ansatzpunkt für die Entwicklung neuer Behandlungsformen zu finden.

Das auf Chromosom 12 gelegene, neu entdeckte Gen enthält den "Bauplan" für das Protein LRRK2 (Leucin Rich Repeat Kinase 2). Bemerkenswert ist, dass Erkrankte mit LRRK2-Mutationen alle klinischen Symptome der Parkinson-Krankheit aufweisen, aber im Gehirn der Mutationsträger Veränderungen gefunden wurden, die bislang verschiedenen Unterformen des Parkinson-Syndroms zugeordnet waren. Das bedeutet, dass die Mutation dieses Gens offenbar verschiedene neurodegenerative Prozesse auslösen kann.

Eine Ursache für verschiedene Veränderungen im Gehirn verantwortlich


Bisher gingen die Wissenschaftler davon aus, dass unterschiedliche Veränderungen im Gehirn auch unterschiedliche Ursachen haben. Mit der Entdeckung des Gens hat sich nun gezeigt, dass eine Ursache mehrere Veränderungen im Gehirn auslösen kann. Die Wissenschaftler folgern daraus, dass das Protein eine zentrale Bedeutung bei der Entstehung von diversen neurodegenerativen Erkrankungen haben könnte.


Mutationen wurden im Rahmen der Studie bislang bei sechs von 32 untersuchten Familien mit dominantem Erbgang gefunden. Diese Mutationen scheinen also eine relativ häufige Ursache des dominant-erblichen Parkinson-Syndroms zu sein. Zum Vergleich: Im 1998 entdeckten Gen für a-Synuclein wurden in den letzten Jahren weltweit nur drei verschiedene Mutationen gefunden. Dieses Gen ist ebenfalls für eine dominant-erbliche Form der Parkinson-Krankheit verantwortlich.

Die Wissenschaftler wollen in Zukunft die Funktion von LRRK2 und die Konsequenzen der Mutationen auf den Zellstoffwechsel untersuchen, um neue Therapie-Möglichkeiten zu entwickeln.

Beteiligt an der Erforschung sind das Hertie-Institut für klinische Hirnforschung am Universitätsklinikum Tübingen, das GSF-Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit, Neuherberg und die Mayo-Clinic in Jacksonville, Florida.
(idw - Universitätsklinikum Tübingen, 18.11.2004 - DLO)
 
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