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Freitag, 28.07.2017
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COPD-Erkrankungen viel häufiger als gedacht

Experten fordern mehr Aufmerksamkeit für chronisch obstruktive Lungenkrankheit

Neuen Daten zufolge leiden vermutlich mindestens zehn Prozent der erwachsenen Weltbevölkerung im Alter von über 40 Jahren unter der chronisch obstruktiven Lungenkrankheit COPD (Chronic Obstructive Pulmonary Disease). Diese Zahlen gab die Global Initiative for Chronic Obstructive Lung Disease (GOLD) am 17. November 2004, dem Welt-COPD-Tag bekannt. Die Ergebnisse lassen vermuten, dass die Lungenkrankheit mehr als dreimal so häufig auftritt, als bisher geschätzt wurde.

Internationale Studien liefern neue Zahlen


Welt-COPD-Tag

Welt-COPD-Tag

Bei den Daten handelt es sich allerdings zunächst nur um vorläufige Ergebnisse aus zwei großen internationalen Studien in Brasilien, Chile, China, Mexiko, der Türkei und Uruguay. Diese ersten Ergebnisse lassen vermuten, dass zwischen zehn und 15 Prozent der Erwachsenen im Alter von über 40 Jahren in den sechs untersuchten Ländern an COPD leiden.

In früher von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zusammengestellten Statistiken schätzten Gesundheitsexperten, dass weniger als ein Prozent der Erwachsenen im Alter zwischen 45 und 60 Jahren und weniger als vier Prozent im Alter von über 60 an COPD erkrankt sind.

"COPD ist wie ein Eisberg. Die Belastung durch die uns bekannte Krankheit stellt nur den spürbaren Bruchteil des Problems dar", erklärte A. Sonia Buist, MD und wissenschaftliche Leiterin von GOLD. "Viele wissen nicht, dass sie COPD haben, und die Prävalenz der Krankheit steigt weltweit an."


COPD mit verheerenden Auswirkungen


COPD ist eine Lungenerkrankung mit verheerenden Auswirkungen, bei der Patienten nach und nach die Fähigkeit zum Atmen verlieren. Laut Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sterben jährlich über 2,75 Millionen Menschen in der ganzen Welt an dieser Krankheit. Sie wird weltweit neben HIV/AIDS als vierthäufigste Todesursache geführt.

"Diese Zahlen können uns eine Vorstellung davon geben, wie groß die weltweite Belastung durch COPD ist", kommentiert Leo Fabbri, Vorsitzender des Exekutivkomitees von GOLD, die den Welt-COPD-Tag organisiert. "Die gute Nachricht ist, dass es wirksame Behandlungen gibt, mit denen die Lebensqualität der COPD-Patienten verbessert werden können und sich das Fortschreiten der Krankheit bremsen lässt. Deshalb ist es so wichtig, dass wir COPD nicht unberücksichtigt lassen."

Welt-COPD-Tag am 17. November


Am 17. November wird der Welt-COPD-Tag zum dritten mal begangen. Er wird in einer gemeinsamen Initiative von Medizinergruppen und Atmungstherapeuten organisiert. Das Motto der Initiative lautet "Berücksichtigt COPD". Initiativen in über 50 Ländern weltweit werden auf die Ermutigung von Personen mit COPD-Risiko ausgerichtet sein, damit diese ihren Arzt aufsuchen und eine Behandlung beginnen, wenn bei ihnen diese Krankheit diagnostiziert wird. Darüber hinaus werden die Regierungen aufgerufen, COPD mit einer höheren Priorität für die Gesundheitsversorgung einzustufen.

Die meisten nationalen Statistiken über COPD basieren auf dem Bevölkerungsanteil, der wegen der Lungenkrankheit behandelt wird. Häufig wird COPD erst diagnostiziert, wenn sie bereits weit fortgeschritten ist und die Lebensqualität einschränkt, sodass diese Methode den tatsächlichen Bevölkerungsanteil an COPD-Leidenden wahrscheinlich unterschätzt.

Bei den neuen Studien wird hingegen ein Atmungstest vorgenommen (Spirometrie), um eine repräsentative Probe für die Bevölkerung jedes Landes zu erhalten, womit dann der tatsächlich an COPD erkrankte Bevölkerungsanteil abgeschätzt werden kann.
(ots, GOLD, 17.11.2004 - DLO)
 
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