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Freitag, 10.02.2012
Europa erreicht den Mond
ESA-Sonde SMART-1 in der Umlaufbahn des Erdtrabanten
Zum ersten Mal hat eine europäische Sonde die Mondumlaufbahn erreicht. Das ESA-Raumschiff SMART-1 näherte sich dem Erdtrabanten bis auf 5.000 Kilometer an. In den kommenden Monaten soll die Sonde in immer engeren kreisen den Mond umfliegen und ab Januar sowohl wissenschaftliche Daten sammeln, als auch seine Oberfläche neu kartieren. Gleichzeitig dient die Mission auch dem Test neuer Technologien, darunter einem neuartigen Ionenantrieb.

ESA-Sonde SMART-1
ESA-Sonde SMART-1
© ESA
Stunden vor seinem Einschwenken in die Umlaufbahn startete SMART-1 erstmals sein solar-elektrisches Antriebssystem. Es nutzt die von Sonnensegeln eingefangene Energie, um ein Gas aus geladenen Teilchen –Ionen – zu beschleunigen und über eine Antriebsdüse auszustoßen. Der dabei entstehende Schub ist zehn Mal stärker als der von konventionellen chemischen Treibstoffen.

Während der Phase der Ausrichtung im Orbit um den Mond wird der Ionenantrieb in den nächsten vier Tagen fast kontinuierlich in Betrieb sein. Mitte Januar 2005 soll die Sonde ihre endgültige elliptische Umlaufbahn in Höhen zwischen 300 und 3.000 Kilometern über der Mondoberfläche erreicht haben und mit den wissenschaftlichen Untersuchungen beginnen.

SMART-1 ist Europas erste Mondmission. Sie soll dazu beitragen, die bisherigen Erkenntnisse über den Erdtrabanten auf den neuesten Stand zu bringen. Nach Ansicht von Planetenforschern ist der Mond nicht nur der nächste Begleiter der Erde, er ist wahrscheinlich sogar unter Miteinwirkung der Erde entstanden: Nach der Kollision eines großen Himmelskörpers mit der jungen Erde soll ein glühender Ball aus irdischem und Asteroidenmaterial aus der Erde herausgeschleudert worden sein und den Mond gebildet haben.

Eine Aufgabe von SMART-1 wird es sein, die Krater des Mondes näher zu untersuchen. Da der Trabant keine Atmosphäre besitzt, sind die Spuren auch sehr alter Einschläge erhalten. Sie erlauben daher auch Rückschluss auf die Intensität des Meteoritenbombardements, den die Erde in ihrer Vergangenheit erlebte. Ein besonders großes Becken nahe dem Südpol des Mondes soll SMART-1 stärker unter die Lupe nehmen.

Schon während seines Fluges zum Mond hat SMART-1vorbereitende Tests mit vier miniaturisierten Instrumenten durchgeführt, die zum ersten Mal im Weltraum zum Einsatz kommen. Eine Kamera, die bereits Aufnahmen von Erde, Mond und zwei Mondfinsternissen geliefert hat, zwei Röntgenmessinstrumente und ein Infrarotspektrometer.

Insgesamt hat SMART-1 auf seiner spiralförmigen Annäherung an den Mond bereits 332 Orbits um die Erde hinter sich. Für diesen Flug verbrauchte die Raumsonde nur 59 Kilogramm Xenon-Treibstoff und hat jetzt den Mond sogar zwei Monate früher erreicht als geplant. Der eingesparte Treibstoff könnte dazu genutzt werden, die Mission nach seiner sechsmonatigen Dauer möglicherweise noch zu verlängern.
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