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Dienstag, 27.09.2016
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Exoplanet: Zu groß für seinen Stern

Jupitergroßer Planet umkreist Roten Zwerg in extrem enger Umlaufbahn

Exotischer Exoplanet: Astronomen haben einen Planeten entdeckt, der eigentlich viel zu groß für seinen Zentralstern ist. Denn der Planet von der Größe des Jupiter umkreist einen Roten Zwerg – und das in nur einem Zehntel des Abstands zwischen Merkur und Sonne. Der Stern und sein exotischer Begleiter könnten interessante neue Einblicke sowohl in die Entstehung von Planeten als auch die Eigenschaften von Roten Zwergen liefern, schreiben die Forscher im "Astronomical Journal".
Künstlerische Darstellung des Roten Zwergs HATS-6 mit seinem Planeten HATS-6b.

Künstlerische Darstellung des Roten Zwergs HATS-6 mit seinem Planeten HATS-6b.

In den letzten Jahren haben Astronomen immer mehr Planeten aufgespürt, die um andere Sterne kreisen. Die Vielfalt dieser mittlerweile fast 2.000 bekannten Exoplaneten nimmt kein Ende: Darunter sind Planeten mit merkwürdiger Umlaufbahn und solche, deren Ringsystem die Ringe des Saturn winzig erscheinen lässt. Es gibt uralte und ganz junge Planetensysteme, und zahlreiche erdähnliche Exoplaneten.

"Ein ziemlich aufgeblähter Planet"


In einer Umlaufbahn um den 500 Lichtjahre entfernten Stern HATS-6 haben Astronomen um George Zhou von der Australian National University in Canberra nun einen weiteren überraschenden Exoplaneten entdeckt: "Wir haben einen kleinen Stern gefunden, um den ein Riesenplanet mit der Größe des Jupiter in sehr engem Orbit kreist", sagt Zhou. Der Abstand des Planeten zu HATS-6 beträgt dabei nur etwa ein Zehntel der Entfernung zwischen Merkur und Sonne. "Der Planet hat eine ähnliche Masse wie Saturn, aber sein Radius ähnelt dem Jupiter", beschreibt Zhou. "Es ist also ein ziemlich aufgeblähter Planet."

Dieser Planet mit der Bezeichnung HATS-6b ist nach gängiger Vorstellung zu groß, um so dicht um einen so kleinen Stern zu kreisen: "Er muss weiter draußen entstanden und dann nach innen gewandert sein", erklärt Zhou, "aber unsere Theorien können nicht erklären, wie das passiert ist." Das System um HATS-6 stellt damit die vorherrschenden Modelle zur Entstehung von Planeten in Frage – zumindest müssen diese Modelle offenbar erweitert werden.


Rote Zwerge: Häufig, aber unerforscht


HATS-6 ist ein sogenannter Roter Zwerg. Diese Sterne gehören zu den mit Abstand häufigsten Sternen der Milchstraße. Obwohl sie so häufig sind, ist nicht viel über diese Klasse von Sternen bekannt: Sie geben zu wenig Licht ab, um sich ohne weiteres erforschen zu lassen. Unsere Sonne strahlt etwa zwanzig Mal stärker als HATS-6.

Dennoch konnten die Astronomen im schwachen Licht von HATS-6 verräterische Schwankungen erkennen. Jedes Mal, wenn der Exoplanet am Stern vorbei zieht, nimmt dessen Licht messbar ab. Mit dem Magellan Teleskop in Chile und auch mit der Hilfe von Amateurastronomen in Australien bestätigten die Forscher, dass es sich dabei nicht nur um zufällige Fehler im System handelt: Mit einer Umlaufzeit von nur 3,3 Tagen umkreist tatsächlich ein Planet den schwachen Roten Zwerg.

Gerade die schwache Strahlung von HATS-6 macht das neu entdeckte Planetensystem interessant für die Astronomen. "Weil sein Zentralstern so kühl ist und den Planeten nicht so stark aufheizt, ist er ganz anders als die Planeten, die wir bis jetzt beobachtet haben", sagt Zhou. "Die Atmosphäre dieses Planeten ist ein interessantes Ziel für weitere Studien." (Astronomical Journal, 2015; doi: 10.1088/0004-6256/149/5/166)
(Australian National University in Canberra, 04.05.2015 - AKR)
 
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