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Mittwoch, 28.09.2016
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OLED-Display lässt sich mit den Augen steuern

Wissenschaftler stellen neue Generation von hochauflösenden Mikrodisplays vor

Virtuelle Welt per Augensteuerung? Ein neues Mikrodisplay aus organischen Leuchtdioden könnte genau das ermöglichen: Das von deutschen Forschern entwickelte Display dient nicht nur als Anzeige – es enthält auch einen Kamera-Chip, der die Augenbewegungen des Nutzers wahrnimmt und als Steuerbefehle interpretiert.
Das bidirektionale Mikrodisplay enthält sowohl Anzeige als auch Kamerachip.

Das bidirektionale Mikrodisplay enthält sowohl Anzeige als auch Kamerachip.

Die Welt der Wearables ist bunt und vielfältig: Armbänder, die den Puls messen, Knöpfe, die bei Erhalt einer E-Mail farbwechselnd darauf aufmerksam machen oder Brillen, die Hinweise zur Umgebung ins Blickfeld einblenden. Diese eingeblendeten Informationen lassen sich sogar allein mit den Augen steuern: Ein Monteur kann beispielsweise ein Handbuch lesen und mit den Augen weiterblättern, ohne die Arbeit zu unterbrechen.

In vieler Hinsicht ein Quantensprung


Möglich macht dies ein sogenanntes bidirektionales Mikrodisplay auf der Grundlage organischer Leuchtdioden (OLED). Dieses Display dient einerseits als Anzeigeelement, es enthält aber auch einen Bildsensor wie eine Digitalkamera. Dieser Sensor nimmt die Augenbewegungen des Nutzers auf und ermöglicht eine Interaktion mit den angezeigten Informationen.

Wissenschaftler um Bernd Richter vom Fraunhofer-Institut für Organische Elektronik, Elektronenstrahl- und Plasmatechnik (FEP) haben solche Displays nun entscheidend weiterentwickelt. In ihrem neuen Vollfarb-OLED-Mikrodisplay erreichen sowohl die Displayfunktion als auch die integrierte Kamera SVGA-Auflösung. " Die neue Generation bidirektionaler Mikrodisplays stellt in vielerlei Hinsicht einen Quantensprung dar", sagt Richter.


Angepasst auf immer weiter miniaturisierte Systeme


Alle wesentlichen Faktoren des Chips seien deutlich verbessert, verglichen mit Modellen von vor einigen Jahren. Display und Bildsensor hätten nicht nur eine höhere Auflösung, auch die Farbtiefe sei größer. Hinzu kommen weitere wichtige elektronische Komponenten auf dem Mikrodisplay-Chip: "Damit kann das Mikrodisplay mit deutlich weniger externen Komponenten betrieben werden und trägt damit der Entwicklung von immer weiter miniaturisierten und leistungseffizienteren Systemen Rechnung", beschreibt Richter.

Es könnte nicht mehr allzu lange dauern, bis neue Mikrodisplay in den Handel gelangt: Es ist so konzipiert, dass es produktspezifisch auch nach Kundenwünschen angepasst und direkt in verschiedene Anwendungen überführt werden kann. Um Anwendern den Einstieg in diese neue Technologie zu erleichtern, bieten die Wissenschaftler Entwicklersysteme in verschiedenen Konfigurationen an.
(Fraunhofer-Institut für Organische Elektronik, Elektronenstrahl- und Plasmatechnik FEP, 26.03.2015 - AKR)
 
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