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Freitag, 09.12.2016
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Katzen ziehen ihren eigenen Beat vor

Für Katzen komponierte Lieder kommen bei den Vierbeinern gut an

Katzengejammer oder Catsmusical? Katzen bevorzugen Musik, die eigens für sie komponiert wurde, wie Forscher beobachtet haben. Auf den Katzensound reagierten die meisten vierbeinigen Tester positiv, klassische Musik ignorierten sie dagegen weitgehend... Wie Tiere die Musik tatsächlich empfinden, ist jedoch noch sehr unklar, wie die Forscher im Fachmagazin „Applied Animal Behaviour Science“ betonen.
Katzen bevorzugen eigen für sie komponierte Stücke.

Katzen bevorzugen eigen für sie komponierte Stücke.

Mag Ihr Haustier Rock? Oder Heavy Metal? Oder etwa Opern? Einige Studien zeigen, dass Tiere zumindest Rhythmus im Blut haben: Der Seelöwe Ronan zeigte als erstes Tier ein Taktgefühl beim Tanzen. Und eine andere Studie belegte, dass Schimpansen den Rhythmus ihrer Heimat bevorzugen - afrikanische, aber auch Indische Musik, gefällt ihnen deutlich besser, als westliche oder japanische Klänge.

Auch wenn Mozart im Kuhstall oder im Tierheim heute keine Seltenheit mehr ist - ob und wie stark Tiere sich für menschliche Musik im Allgemeinen interessieren und ob sie diese überhaupt als solche wahrnehmen, ist noch ziemlich unklar. Denn Tiere nehmen Tönen oft anders wahr als wir und können manche Melodien daher vermutlich gar nicht hören.

Musik für Katzenohren


Eine Forschergruppe um Charles Snowdon von der University of Wisconsin-Madison interessierte daher, ob Tiere vielleicht Musik bevorzugen, die die Forscher eigens für sie komponierten. Bereits 2009 hatten Snowdon und sein Kollege David Teie demonstriert, dass ein Affe emotional auf Musik reagierte, die extra für ihn gemacht wurde.


In ihrer aktuellen Studie nahmen sich die Forscher Katzen vor. Der erste Schritt, um Katzenmusik zu komponieren, ist es, die Musik mit der Sinneswahrnehmung der Tiere in Einklang zu bringen. Katzen produzieren beispielsweise Töne, die eine Oktave höher sind als die unseren. „Daher ist es entscheidend, die richtige Tonlage zu bekommen“, sagt Snowdon. „Dann haben wir versucht Musik mit einem Tempo zu kreieren, das die Katzen anspricht.“ Ein Sample basierte beispielsweise tempomäßig auf dem Schnurren der Tiere, ein anderes auf das saugende Geräusch, das beim Stillen entsteht.

Katzensound bevorzugt


Die Wissenschaftler besuchten die Katzen zu Hause und spielten ihnen vier verschiedene Musikstücke vor: Zweimal normale klassische Musik und zwei “Katzenlieder” (.mp3,1,2 MB). Nach einem kurzen Moment der Stille begann die jeweilige Musik zu spielen und die Forscher beobachteten das Verhalten der Tiere. Schnurren, auf den Lautsprecher zulaufen oder sich sogar daran zu reiben, wurde als positives Zeichen gedeutet, während Fauchen und der typische Katzenbuckel mit aufgestelltem Fell eindeutig negativ waren.

Und tatsächlich: Die Katzen bevorzugten eindeutig ihre eigene „Musik“ und zeigten hier nach kurzer Orientierung deutlich schneller Interesse und positives Verhalten. Die Klassik wurde dagegen von vielen eher ignoriert. Allerdings gab es individuelle Unterschiede: Einige Vierbeiner erwiesen sich als Musikmuffel – egal ob Klassik oder Katzenmusik.

Enttäuschung für die Herrchen


Immer mehr Halter versuchen das Leben ihrer Haustiere mit Musik zu „bereichern“. Snowdon hofft, dass die neueren Ansätze hier ein paar Fakten auf den Tisch bringen. „Ein Reporter fürs National Public Radio ist überzeugt, dass sein Hund Klassik mag, also spielt er es den ganzen Tag“, sagt Snowdon. „Ein Kerl vom Radiosender Rock Station dachte sein Hund mag Heavy Metal, also legt er es den ganzen Tag auf. Es geht eine Menge dummes Zeug rum. Wir wissen jedoch in den meisten Fällen noch gar nicht, welchen Effekt Musik auf Tiere hat.“

Die neuen Erkenntnisse können somit angemessenere Wege zeigen, wie Musik genutzt werden kann, um den Tieren wirklich etwas Gutes zu tun – und nicht nur den Besitzern. (Applied Animal Behaviour Science, 2015; doi: 10.1016/j.applanim.2015.02.012)
(University of Wisconsin-Madison, 11.03.2015 - MAH)
 
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