• Schalter wissen.de
  • Schalter wissenschaft
  • Schalter scinexx
  • Schalter scienceblogs
  • Schalter damals
  • Schalter natur
Scinexx-Logo
Logo Fachmedien und Mittelstand
Scinexx-Claim
Facebook-Claim
Google+ Logo
Twitter-Logo
YouTube-Logo
Feedburner Logo
Samstag, 27.05.2017
Hintergrund Farbverlauf Facebook-Leiste Facebook-Leiste Facebook-Leiste
Scinexx-Logo Facebook-Leiste

Mit Antikörpern gegen Rheuma

Gezielter Schlag gegen das Immunsystem bringt Besserung

Rheuma - bei dieser Krankheit greift das Immunsystem den eigenen Körper an. Im Falle einer Arthritis werden überwiegend die Gelenke attackiert, Entzündungen und Schmerzen sind die Folgen. Gegen dieses Leiden wenden Mediziner von der Uni Würzburg eine neuartige Therapie an.
Rheumatoide Arthritis

Rheumatoide Arthritis

Die Patienten bekommen Infusionen mit dem so genannten anti-CD20-Antikörper. Der bewirkt, dass fast alle B-Zellen des Immunsystems zerstört werden. Nach sechs bis acht Wochen bessert sich die Krankheit deutlich, es sind weniger Gelenke entzündet, die Schmerzen hören auf.

"Diese Methode schlägt bei 60 bis 70 Prozent der Patienten an", sagt Professor Hans-Peter Tony vom Rheumazentrum Würzburg/Bad Brückenau. Zudem sei die Verträglichkeit sehr gut. Nach der Behandlung bleiben die Patienten bis zu neun Monate lang von der Arthritis unbehelligt. Dann lässt die Wirkung nach, die Antikörper müssen erneut verabreicht werden. "Einige Patienten haben wir schon drei Mal hintereinander auf diese Weise behandelt", erzählt Tony. Länger dauernde Erfahrungen gebe es bislang nicht.

B-Zell-Depletion, so heißt die innovative Methode. Die Würzburger Mediziner waren 1999 weltweit unter den ersten, die den anti-CD20- Antikörper gegen die rheumatoide Arthritis einsetzten. Auch heute gibt es diese Antikörper-Therapie erst in wenigen Zentren. "Doch deren Zahl wird zunehmen", ist sich Tony sicher.


Zwar bringen auch andere Therapieformen gute Ergebnisse, doch haben sie den Nachteil, dass die Patienten ständig Medikamente nehmen müssen. "Dagegen geht es bei der B-Zell-Depletion darum, die Krankheit längerfristig zu kontrollieren", so Tony. Der Würzburger Mediziner sieht da gute Perspektiven: Möglicherweise lässt sich die Wirksamkeit der Behandlung immer mehr verlängern. Auch eine Kombination mit anderen Therapien könnte weitere Verbesserungen bringen.
(idw - Universität Würzburg, 05.11.2004 - DLO)
 
Printer IconShare Icon