• Schalter wissen.de
  • Schalter wissenschaft
  • Schalter scinexx
  • Schalter scienceblogs
  • Schalter damals
  • Schalter natur
Scinexx-Logo
Logo Fachmedien und Mittelstand
Scinexx-Claim
Facebook-Claim
Google+ Logo
Twitter-Logo
YouTube-Logo
Feedburner Logo
Dienstag, 27.09.2016
Hintergrund Farbverlauf Facebook-Leiste Facebook-Leiste Facebook-Leiste
Scinexx-Logo Facebook-Leiste

Augen zu hilft dem Gedächtnis

Mit geschlossenen Augen erinnert man sich besser an Details

Besser geht's mit geschlossenen Augen: Wenn Augenzeugen sich an ein die Details eines Unfalls oder Verbrechens erinnern sollen, dann klappt dies oft nur lückenhaft. Doch ein simpler Trick könnte helfen, wie nun ein Experiment zeigt: Schließen die Zeugen bei der Befragung die Augen, erinnern sie sich besser. Sie können dann mehr Details korrekt beschreiben als mit offenen Augen.
Wenn wir die Augen schließen, können wir uns besser erinnern.

Wenn wir die Augen schließen, können wir uns besser erinnern.

Wenn es um die Rekonstruktion von Unfällen oder Verbrechen geht, spielen Augenzeugen eine entscheidende Rolle. Leider aber sind ihre Erinnerungen oft alles andere als zuverlässig. Ihr Gehirn kann die Ereignisse im Nachhinein falsch abspeichern und wenn die Augenzeugen übernächtigt sind, steigt die Wahrscheinlichkeit für Fehler sogar drastisch.

Der diebische Elektriker


Robert Nash von der University of Surrey und seine Kollegen haben daher nach Möglichkeiten gesucht, die dem Gedächtnis der Augenzeugen auf die Sprünge helfen. In zwei Experimenten mit 178 Freiwilligen testeten sie dabei eine verblüffend simple Methode: Augen schließen. Für die Studie zeigten sie allen Probanden zunächst einen Film, in dem ein Elektriker zu sehen war, der aus seinem Wagen ausstieg, ein Haus betrat und dort einige Arbeiten verrichtete. Dabei stahl er auch einige Objekte.

Anschließend stellten die Forscher ihren Testpersonen einige Fragen zu Details im Film, beispielsweise: "Welche Aufschrift stand auf dem Lieferwagen?" "Wo lag der Schraubenzieher zuletzt?". Ein Teil der Probanden durfte während der Befragung die Augen schließen, um ihre Konzentration zu fördern, der Rest behielt die Augen offen.


Mehr Details, weniger Fehler


Das Ergebnis: Die Probanden, die ihre Augen geschlossen hatten, konnten 23 Prozent mehr Fragen korrekt beantworten. Sie erinnerten sich an mehr Details und machten auch weniger Fehler. Offenbar half ihnen das Aussperren optischer Reize dabei, sich besser in den Film zurückzuversetzen. Ähnlich positiv war das Ergebnis auch in einem zweiten Experiment, in dem die Forscher einen Film mit Ton vorführten. Auch hier konnten sich die Teilnehmer mit geschlossenen Augen an mehr akustische und visuelle Details erinnern.

"Unsere Ergebnisse zeigen, dass das Augenschließen Augenzeugen dabei hilft, sich zu erinnern", sagt Nash. Gleichzeitig zeigten weitere Versuche, dass die Augenzeugen ihre Scheu, die Augen zu schließen eher überwanden, wenn sie zuvor eine gute Beziehung zu dem Befragenden aufgebaut hatten. "Das ist wichtig, wenn wir unsere Zeuge dazu ermutigen wollen, diese hilfreiche Technik während der Befragungen zu nutzen", so der Forscher. (Legal and Criminology Psychology, 2014)
(University of Surrey, 16.01.2015 - NPO)
 
Printer IconShare Icon