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Samstag, 28.05.2016
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Auch Europas Dinos starben plötzlich

Fossilfunde sprechen für ein schnelles, katastrophales Aussterben vor 65 Millionen Jahren

Plötzliches Ende: Auch in Europa endete die Kreidezeit eher abrupt – und mit ihr die Ära der Dinosaurier. Das belegt eine umfassende Auswertung von Fossilfunden aus der späten Kreidezeit unseres Kontinents. Demnach florierte hier die Dinosaurier-Welt bis kurz vor ihrem endgültigen Aus vor rund 65 Millionen Jahren. Das liefert neue Argumente gegen die Theorie eines schon vorher beginnenden Niedergangs der Riesenechsen.
Der Hypselosaurus lebte am Ende der Kreidezeit im Gebiet des heutigen Frankreich

Der Hypselosaurus lebte am Ende der Kreidezeit im Gebiet des heutigen Frankreich

Die Debatte um den wahren Grund für das Aussterben der Dinosaurier nimmt kein Ende. Die einen gehen davon aus, dass die Riesenechsen schon vor dem katastrophalen Einschlag eines Asteroiden durch Vulkanausbrüche und einen Klimawandel ausgedünnt wurden. Andere dagegen sehen eher Indizien für ein plötzliches Ende der Dinosaurier vor 65 Millionen Jahren.

Europa als kreidezeitliche Inselwelt


"Jeder weiß, dass ein Asteroid die Erde vor rund 65 Millionen Jahren traf und die Dinosaurier daraufhin verschwanden", erklärt Stephen Brusatte von der University of Edinburgh. "Aber die Belege dafür stammen bisher meist aus nur einem Teil der Welt – aus Nordamerika." Denn dort finden sich die ausgedehntesten Fundstätten für Dinosaurier aus der späten Kreidezeit. Das allerdings wirft die Frage auf, wie aussagekräftig diese Fossilien für die Entwicklung im Rest der Welt sind.

Am Ende der Kreidezeit war Europa eine Inselwelt. Darüber gelegt einige Fossilfunde aus dieser Ära.

Am Ende der Kreidezeit war Europa eine Inselwelt. Darüber gelegt einige Fossilfunde aus dieser Ära.

Um das zu klären, haben Zoltán Csiki-Sava von der Universität von Bukarest und seine Kollegen nun erstmals alle Fossilfunde aus der späten Kreidezeit ausgewertet, die in den letzten 25 Jahren in Europa entdeckt worden sind. Europa war vor rund 70 Millionen Jahren eine sich stetig verändernde Insellandschaft. Auch dies ist ein Grund dafür, dass in Europa vergleichsweise weniger Dinosaurierfossilien erhalten geblieben sind als im stabileren Nordamerika.


Dino-Blüte bis zum Schluss


Die Auswertung ergab, dass in Frankreich und Spanien, aber auch Ungarn und Rumänien sehr viele verschiedene Dinosaurierarten noch bis kurz vor dem Ende der Kreidezeit zu finden waren. Demnach lebten im Gebiet der heutigen Pyrenäen noch bis wenige hunderttausend Jahre vor dem Asteroideneinschlag intakte Gemeinschaften aus pflanzen- und fleischfressenden Dinosauriern. Anzeichen für einen vorgezogenen Niedergang fanden die Forscher dabei nicht.

"Wir wissen nun, dass die europäischen Dinosaurier bis zum Asteroideneinschlag florierten, ähnlich wie in Nordamerika", sagt Brusatte. "Das ist ein starkes Indiz dafür, dass der Impakt die Dinosaurier tatsächlich in ihrer Blütezeit vernichtete – und das in der ganzen Welt auf einmal." Ähnlich wie in Nordamerika traf das Massenaussterben vor allem die Dinosaurier, es dezimierte aber auch Urvögel, Krokodile und Säugetiere. (Zookeys, 2014; doi: 10.3897/zookeys.469.8439)
(Pensoft Publishers, 15.01.2015 - NPO)