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Mittwoch, 28.09.2016
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Warum bei Kälte Erkältungen grassieren

Niedrige Temperaturen behindern die Immunabwehr bei der Virenbekämpfung

Der Volksmund hat recht: Kälte begünstigt tatsächlich Erkältungen. Was bisher als eher umstrittener Volksglaube galt, haben US-Forscher nun bestätigt. In einer kalten Nase können sich Erkältungs-Viren tatsächlich besonders gut ausbreiten. Der Grund: Die Immunabwehr schafft es bei Kälte weniger gut, die Rhinoviren zu bekämpfen, wie die Forscher im Fachmagazin "Proceedings of the National Academy of Sciences" berichten.
Kälte bremst die Immunantwort aus und hilft damit den Rhinoviren

Kälte bremst die Immunantwort aus und hilft damit den Rhinoviren

Es herrscht wieder Hochsaison für Triefnasen und Niesanfälle: Im Winter häufen sich Infektionen mit dem Rhinovirus, im Volksmund Erkältungen genannt. Doch welche Rolle die Kälte tatsächlich für den lästigen Schnupfen spielt, war bisher umstritten. Zwar war bekannt, dass sich die Viren in der kühleren Nase besser vermehren als in den wärmeren Lungen, aber züchtete man Viren unter verschiedenen Temperaturen, ließen sich bei ihrem Wachstum keine temperaturabhängigen Unterschiede feststellen.

Aber warum scheinen Erkältungen trotzdem immer in der kalten Jahreszeit zu grassieren? Ellen Foxman von der Yale University in New Haven und ihre Kollegen sind einer anderen Spur nachgegangen. Ihre Vermutung: Die Kälte fördert das Virus nicht direkt, sie hemmt aber die Abwehr der Schleimhautzellen gegen den Erreger. Um das zu überprüfen, züchteten sie Rhinoviren in Zellkulturen von Epithelzellen bei 33 und bei 37 Grad Celsius und beobachteten, wie stark die antivirale Abwehr der Zellen auf diesen Angriff reagierte.

Kälte hemmt Abwehr


Und tatsächlich: "Wir haben festgestellt, dass die Immunantwort auf das Rhinovirus bei der niedrigeren Temperatur beeinträchtigt ist", erklärt Seniorautorin Akiko Iwasaki von der Yale University. Als Folge konnten sich die Viren in den kühleren Zellen stärker vermehren. Dass wirklich das Immunsystem dafür verantwortlich ist und nicht das Virus selbst zeigte auch ein weiterer Versuch mit Schleimhautzellen von Mäusen, die wegen eines Gendefekts keinerlei Immunabwehr gegen das Rhinovirus besaßen.


Bei diesen vermehrten sich die Viren bei den höheren Temperaturen genauso gut wie bei den kühleren. "Das belegt, dass es nicht am Virus selbst liegt, sondern dass die Immunreaktion des Wirts der Hauptgrund für diesen Kälteeffekt ist", so Iwasaki. Für den Alltag ergibt sich daraus: Wer einen Schnupfen vermeiden will, sollte sich und vor allem seine Nase gut warm halten. Das gibt dem Immunsystem die Chance, die lästigen Schnupfenviren abzuwehren, bevor sie eine Erkältung auslösen können. (Proceedings of the National Acadsemy of Sciences, 2014; doi: 10.1073/pnas.1411030112)
(PNAS / Yale University, 06.01.2015 - NPO/MVI)
 
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