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Sonntag, 04.12.2016
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Mega-Vulkan kurz vor dem Ausbruch?

Vulkankomplex Laguna del Maule hebt sich drastisch und wird nun intensiv überwacht

Droht ein Ausbruch? Seit sieben Jahren hebt sich der Untergrund über dem Vulkankomplex Laguna del Maule in Chile so stark wie nirgendwo sonst auf der Erde. Geologen sehen darin ein klares Zeichen für einströmendes Magma. Mit Hilfe von Seismometern und anderen Instrumenten halten sie den Mega-Vulkan nun unter strenger Beobachtung. Denn wenn er ausbricht, wäre die Eruption extrem explosiv, wie sie im Fachmagazin "GSA Today" berichten.
Sieht idyllisch aus: die Laguna del Maule in Chile. Doch darunter verbirgt sich ein aktiver Vulkan.

Sieht idyllisch aus: die Laguna del Maule in Chile. Doch darunter verbirgt sich ein aktiver Vulkan.

Die Laguna de Maule in den chilenischen Anden sieht auf den ersten Blick harmlos aus: Ein Bergsee umgeben von Gipfeln. Doch unter dem See verbirgt sich ein enorm aktives Vulkanfeld: In den letzten 25.000 Jahren ist dieser Vulkan schon 26 Mal ausgebrochen. "Einige dieser Eruptionen waren mehr als 100 Mal stärker als der des Mount St. Helens", erklärt Brad Singer von der University of Wisconsin-Madison. Er leitet eine internationale Forschergruppe, die diesen Vulkan von nun an genau überwachen soll.

Hebung um 25 Zentimeter pro Jahr


Satellitendaten zeigen, dass sich der Untergrund um die Laguna del Maule in den letzten sieben Jahren um 25 Zentimeter pro Jahr gehoben hat. Eine so hohe Hebungsrate wurde bisher noch nie bei einem nicht ausbrechenden Vulkan registriert, wie die Forscher erklären. Dies deutet darauf hin, dass sich das Magmareservoir des Vulkans rapide füllt. Wie groß es genau ist, muss erst noch geklärt werden, die Vulkanologen schätzen es aber auf mindestens fünf mal zehn Kilometer.

"Wenn wir die stetige Hebung der Laguna del Maule betrachten und dazu die Veränderungen in Schwerkraft, Leitfähigkeit und die Schwärme von Erdbeben, befürchten wir, dass sich hier die Bedingungen für eine Eruption zusammenbrauen", so Singer. Wenn das der Fall wäre, könnten die Folgen erheblich sein. Denn wie die Forscher erklären, ist das geschmolzene Gestein im Magmareservoir Rhyolith – ein sehr zähflüssiges und explosives Magma.


Der Geologe Brad Singer untersucht Lavagestein von einem früheren Ausbruch der Laguna del Maule.

Der Geologe Brad Singer untersucht Lavagestein von einem früheren Ausbruch der Laguna del Maule.

Besonders explosive Ausbrüche


Bei Ausbrüchen erzeugt Rhyolith-Magma gewaltige Mengen Vulkanasche, die die umgebende Landschaft hunderte Meter tief bedecken können. Auch die isländischen Vulkane besitzen diesen Magmatyp. Im Falle der Laguna del Maule waren die vergangen Eruptionen so explosiv, dass kein Vulkankegel entstand. Stattdessen hinterließen die explosiven Ausbrüche nur eine Caldera im Untergrund – ähnlich wie bei Supervulkanen.

Wie heftig der nächste Ausbruch der Laguna del Maule ausfallen wird und wann er droht, das soll nun eine intensive Überwachung klären helfen. Die Forscher platzieren dafür unter anderem 50 Seismometer rund um den Vulkansee, um über seismische Messungen ein dreidimensionales Bild des Geschehens im Untergrund zu erhalten. "Bisher haben wir solche Mega-Eruptionen immer erst im Nachhinein erforscht", sagt Singer. Die Laguna del Maule gebe nun die Chance, den Ausbruch eines solchen Vulkans schon im Vorfeld zu erforschen.

Denn daran haben die Forscher keine Zweifel: Der Vulkan bereitet sich auf eine Eruption vor. "Eine Sache wissen wir ganz sicher: Die Oberfläche kann nicht unendlich weiter ansteigen", sagt Singer. Nur wann es soweit ist, das bleibt bisher unklar. (GSA Today, 2014)
(University of Wisconsin-Madison, 02.12.2014 - NPO)
 
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