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Sonntag, 26.03.2017
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Widersprüche zu Darwin’s Theorie aufgedeckt

Umwelt spielt größere Rolle bei Artbildung als zuvor angenommen

Die Gene sind nicht die einzigen Auslöser für die Entwicklung von unterschiedlichen Variationen einer Art. Eine neue Studie hat Hinweise darauf gefunden, dass die klassische Theorie nach Darwin durchaus nicht alle Möglichkeiten der Evolution neuer Lebensformen abdeckt, sondern dass auch Umwelteinflüsse Veränderungen verursachen, die als Variationen in die Art eingehen.
Hummer

Hummer

In der im Journal Science veröffentlichten Studie konstatiert Richard Palmer, Biologie-Profesor an der kanadischen Universität von Alberta, dass hunderte von Arten gezeigt haben, dass die Umgebung eines Individuums genauso ein Schlüssel zu Variationen sein kann. „Variationen, die keine genetische Basis haben können dennoch für die Evolution wichtig sein. Sie sind 35 bis 50 Prozent häufiger als genetische Variationen, zumindest wenn es um die Evolution von asymmetrischen Formen geht“, erklärt Palmer. Anhand von veröffentlichten belegen zeigte er, dass die aktuelle „Genotyp-bedingt-Phänotyp“-Theorie der Evolution nur rund die Hälfte der von ihm untersuchten Beispiele erklären kann.

Zu seinen Schlussfolgerungen kam er, nachdem er mehr als 200 Publikationen weltweit analysiert hatte, darunter auch eine Studie zur Asymmetrie, die an Hummern durchgeführt worden war. Junge Hummer werden mit zwei gleichgroßen Scheren geboren, doch nur eine von ihnen verwandelt sich in die größere „Crusher“-Klaue, wenn der Hummer wächst. „Das genetische Programm, das die Crusher-Klaue macht wird dadurch ausgelöst, dass eine Schere häufiger als die andere genutzt wird. Aber wenn eine Seite nicht genügend stimuliert wird, startet dieses Programm nicht“, so Palmer. „Das ist ein klares Beispiel dafür, wie die Umwelt in bestimmter Weise Unterschiede in der Form verursachen kann.“

Weitere Studien mit vielen anderen Pflanzen- und Tierarten mit sowohl rechts als auch linksseitigen Formen zeigten, dass, wenn zwei „gleichhändige“ Individuen gepaart wurden, ihre Nachkommen zur Hälfte die eine zur Hälfte die andere Orientierung aufwiesen. „Genetik machte keinen Unterschied für die Richtung der Symmetrie. Es ist eine Eigenschaft, die strikt durch die Umwelt bestimmt wird“, erklärt der Forscher. „Aus einer evolutionären Perspektive gesehen, bedeutet dies: Die Form entsteht zuerst, dann folgen die Gene.“


Diese Beobachtungen zeigen nach Ansicht von Palmer auch Parallelen mit medizinischer Forschung. „Man kann nicht sagen, dass alle Krankheiten genetischen Ursprungs sind. Bedenken Sie Krebs, der durch Asbest ausgelöst wird oder Hautkrebs. Wenn man hier nur die Genetik studieren würde, hätte man nicht viel über solche umweltbedingten Krankheiten gelernt.“
(University Of Alberta, 02.11.2004 - NPO)
 
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