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Samstag, 03.12.2016
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Giftige Pflanzenstoffe in Bio-Babytee nachgewiesen

Vier Produkte wiesen erhöhte Werte der krebserregenden Pyrrolizidinalkaloide auf

Ausgerechnet in vier Bio-Kräutertees für Kleinkinder wurden Tester fündig: Bei einer Stichprobe des ZDF-Verbrauchermagazins "WISO" fanden sich in vier von 19 getesteten Tees erhöhte Werte der giftigen Pyrrolizidinalkaloide. Diese Pflanzeninhaltsstoffe können in hoher Dosierung und bei langfristiger Einnahme den Organismus schädigen und Lebertumore verursachen. Die Hersteller haben sofort reagiert und die betroffenen Produkte inzwischen vom Markt genommen.
Diese Baby-Tees wurden auf krebserregende Stoffe untersucht - 15 davon waren unbedenklich.

Diese Baby-Tees wurden auf krebserregende Stoffe untersucht - 15 davon waren unbedenklich.

Bereits im Sommer 2013 hatte das Bundesinstitut für Risikobewertung in einzelnen Kräutertees erhöhte Konzentrationen von Pyrrolizidinalkaloiden (PA) ermittelt. Diese pflanzlichen Gifte stammen nicht aus den Teekräutern selbst, sondern gelangen durch Verunreinigungen mit anderen Pflanzen in die Tees. So werden sie unter anderem im Jakobskreuzkraut produziert, das als Unkraut zwischen den Teekräutern wächst und leicht in die Ernte gelangen kann.

Schädlich vor allem für Kleinkinder


Besonders Säuglinge und Kleinkinder sind durch die Pyrrolizidinalkaloide gesundheitlich gefährdet. Der Körper von Kindern schwemmt das Pflanzengift nicht aus, sondern speichert es. Deshalb sei für sie das Risiko, dadurch an Leberkrebs zu erkranken zehn- bis hundertfach höher als bei Erwachsenen, erläutert Pflanzengift-Experte Helmut Wiedenfeld von der Universität Bonn.

Zwar warnt auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) seit Jahren vor den gefährlichen Langzeitfolgen der Pyrrolizidinalkaloide selbst bei niedriger Dosierung. Trotzdem gibt es bisher keine gesetzlichen Grenzwerte, sondern nur empfohlene Höchstmengen für Erwachsene. Für Hersteller gilt bisher lediglich die Empfehlung, ihre Erntepraxis zu kontrollieren und international anerkannte Höchstmengen nicht zu überschreiten.


Gelangt versehentlich Jakobskreuzkraut unter die Teekräuter, führt dies zu erhöhten Pyrrolizidinalkaloid- Werten.

Gelangt versehentlich Jakobskreuzkraut unter die Teekräuter, führt dies zu erhöhten Pyrrolizidinalkaloid- Werten.

Höchstmenge bis zu siebenfach überschritten


Für ihren Test ließen Mitarbeiter des Magazins "WISO" 19 Kräutertees für Babys aus dem Lebensmittelhandel, vom Discounter, aus Apotheken und Drogerien in einem unabhängigen Labor testen. Das Ergebnis: 15 Tees erwiesen sich als unbelastet, aber in vier Bioprodukten fanden die Tester erhöhte Werte von Pyrrolizidinalkaloiden.

Mit Abstand am stärksten mit PA belastet war dabei der Sonnenkind-Babytee von Sonnentor mit 1,9 Mikrogramm PA pro Tasse oder 1.935 Mikrogramm pro Kilogramm Tee – das entspricht dem siebenfachen der für Erwachsene empfohlenen Höchstmenge. Dahinter folgte der Baby-Kräuter-Tee von Alnatura mit 1,4 Mikrogramm pro Tasse – dem immerhin noch Dreifachen der empfohlenen Dosis. Ebenfalls erhöhte PA-Werte fanden die Tester im Baby Bäuchleintee von Lebensbaum (0,3 Mikrogramm pro Tasse) und im Babytee Kräutertee von Salus (0,06 Mikrogramm pro Tasse).

Alle Firmen haben die belasteten Chargen inzwischen aus dem Handel genommen. Zusätzlich hat das Unternehmen Sonnentor die betroffene Ware zurückgerufen. Verbraucher können den Sonnenkind Babytee mit Mindesthaltbarkeitsdatum bis zum 31.01.2016 und der Chargennummer VH13111902E10 auch ohne Kaufbeleg dort zurückbringen, wo sie ihn erworben haben.

Mehr Informationen zum Babytee-Test finden Sie bei WISO.
(ZDF, 03.11.2014 - NPO)
 
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