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Mittwoch, 28.09.2016
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Dinosaurier hatten kolossales Pech

Der Asteroideneinschlag traf sie zum ungünstigsten Zeitpunkt

Ungünstiges Timing: Die Dinosaurier hätten den Einschlag des tödlichen Asteroiden überleben können – wenn dieser nicht zusammen mit einer Reihe anderer ungünstiger Umstände passiert wäre. Eine internationale Gruppe von Wissenschaftlern hat zahlreiche Fossilien ausgewertet und kommt zu dem Schluss: Die Artenvielfalt der Dinosaurier war durch ungünstige Klimaverhältnisse bereits angeschlagen, hätte sich aber erholen können. Der Asteroideneinschlag gab den Dinos jedoch den Rest.
Gewaltiger Einschlag: Ein solcher Meteorit bedeutete wahrscheinlich das Ende der Dinosaurier. (Künstlerische Darstellung)

Gewaltiger Einschlag: Ein solcher Meteorit bedeutete wahrscheinlich das Ende der Dinosaurier. (Künstlerische Darstellung)

Vor rund 66 Millionen Jahren krachte ein Asteroid von etwa zehn Kilometern Durchmesser auf das heutige Mexico – mit katastrophalen Folgen für die damals lebenden Dinosaurier. Globale Klimaveränderungen durch den Einschlag führten zum fünften und bislang letzten großen Massenaussterben in der Erdgeschichte: Ein großer Teil der Tier- und Pflanzenwelt wurde ausgerottet. Von den Dinosauriern überlebten nur die Ur-Vögel. Der Chicxulub-Krater an der Nordküste der Halbinsel Yucatan zeugt noch heute von der Katastrophe.

Einschlag zum ungünstigsten Zeitpunkt


Allerdings scheint es nun, als wäre der Meteoriteneinschlag nicht einzig und allein verantwortlich: Anhand zahlreicher Fossilien zeichnen Wissenschaftler um Steve Brusatte von der Universität Edinburgh ein neues Bild. Demnach lebten die letzten Dinosaurier bereits vor dem Einschlag in unruhigen Zeiten: Starke vulkanische Aktivität sowie schwankende Meeresspiegel und Temperaturen sorgten für ungünstige Lebensbedingungen. Die Artenvielfalt der großen Pflanzenfresser unter den Dinosauriern hatte unter diesen Bedingungen bereits gelitten, so die Forscher. Dadurch fehlten den Raubsauriern viele Beutetiere, das veränderliche Klima schwächte also ganze Nahrungsketten.

Mitten in diese unruhige Zeit schlug dann der Chicxulub-Meteorit ein und löste Tsunamis, Erdbeben, Waldbrände, Temperaturumschwünge und globale Klimaveränderungen aus. Die bereits empfindlichen Ökosysteme um die ausgedünnten Nahrungsketten brachen vollends zusammen: Eine Dinosaurier-Art nach der anderen starb aus. Verschont blieben allein die flugfähigen Arten, darunter die Vorfahren der heutigen Vögel. "Die Dinosaurier fielen kolossalem Pech zum Opfer", fasst Studienleiter Brusatte zusammen. "Nicht nur hat ein riesiger Asteroid eingeschlagen, es passierte zum absolut ungünstigsten Zeitpunkt, als die Ökosysteme empfindlich waren."


Vorkommen und Artenvielfalt der Dinosaurier in unterschiedlichen Zeiten.

Vorkommen und Artenvielfalt der Dinosaurier in unterschiedlichen Zeiten.

Dinos ohne Asteroid noch heute?


Diese neuen Ergebnisse werfen ein neues Licht auf das wissenschaftliche Rätsel des Dino-Sterbens:
"Es gab lange und intensive wissenschaftliche Diskussionen über die Ursachen des Aussterbens der Dinosaurier", sagt Richard Butler von der Universität Birmingham. "Während unsere Arbeit darauf hinweist, dass die Dinosaurier zum Zeitpunkt des Asteroideneinschlags besonders verwundbar waren, deutet nichts darauf hin, dass sie bereits zum Aussterben verdammt waren." Der Chixculub-Einschlag wäre demnach nicht allein verantwortlich, genauso wenig wie die bereits herrschenden schlechten Bedingungen. Alles zusammen jedoch erwies sich als fatal.

Die Forscher spekulieren daher, ob auch die boden-gebundenen Dinos möglicherweise heute noch in der ein oder anderen Form leben könnten, wenn der Einschlag nur wenige Millionen Jahre früher oder später erfolgt wäre: Früher, und Artenvielfalt und damit die Nahrungsketten wären noch stabil gewesen. Später, und neue Arten hätten Zeit zur Entwicklung gehabt und hätten die Lücken schließen können. Butler vermutet: "Ohne diesen Asteroiden wären die Dinosaurier wahrscheinlich heute noch hier, und wir sehr wahrscheinlich nicht."
(University of Edinburgh, 28.07.2014 - AKR)
 
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