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Samstag, 21.01.2017
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Gefäßprothese „wehrt sich“ gegen Verstopfung

Langsame Abgabe von Wirkstoffen soll dauerhafte Durchblutung sichern

Wenn verkalkte Arterien zu stark verstopft sind, können sie durch künstliche Blutgefäße ersetzt werden. Doch auch diese können sich im Laufe der Zeit wieder zusetzen. Jetzt haben Mediziner eine stark verbesserte Gefäßprothese entwickelt, die dies verhindern soll. Der Clou daran: Sie enthält eine spezielle Beschichtung, aus der Arzneimittel freigesetzt werden.
Rund 3,3 Millionen Bürger leiden in Deutschland an verstopften Blutgefäßen, pro Jahr kommen etwa 100.000 hinzu. Die Ursachen dafür sind zum Beispiel Rauchen, Bluthochdruck, Zuckerkrankheit und hohe Blutfettwerte. Die Konsequenzen für die Patienten können drastisch sein: "Hat sich erst mal ein Geschwür ausgebildet, besteht eine große Gefahr, das Bein zu verlieren. Eine Therapie sollte unverzüglich eingeleitet werden", sagt Larena-Avellaneda.

Falls sich eine verstopfte Arterie nicht durch eine Vene ersetzen lässt, die dem Patienten an anderer Stelle entnommen wird, so kommt eine Kunststoffprothese zum Einsatz. Das Problem dabei: Die künstliche Arterie wird vom Körper viel schlechter angenommen als die Vene, und es kann zu erneuten Verstopfungen kommen.

Die neuartige, von der Uni Würzburg zum Patent angemeldete Gefäßprothese soll dieses Problem lösen. Ihre innere Oberfläche ist so beschichtet, dass weniger Gerinnsel entstehen. Aus der Beschichtung entweichen Arzneimittel sowohl ins Blut als auch ins Gewebe. Dadurch kann laut dem Würzburger Gefäßchirurgen der erneute Verschluss der Arterie wirkungsvoll verhindert oder zumindest verzögert werden.


Hinzu kommt, dass die Beschichtung verschiedene Medikamente beinhalten kann. So lassen sich gleich auch andere Erkrankungen mitbehandeln: Bei Entzündungen können beispielsweise Antibiotika mit eingebracht werden oder andere Medikamente, die das Fortschreiten der Krankheit verhindern sollen (Wachstumsfaktoren). Auf diese Weise soll der Gesundheitszustand des Patienten auf Dauer wirksam verbessert werden.
(Universität Würzburg, 21.10.2004 - NPO)
 
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