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Dienstag, 19.09.2017
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DDT fließt durch Ministeradern

Blut von 14 europäischen Ministern ist mit bedenklichen Chemikalien belastet

Die Umwelt- und Gesundheitsminister aus 13 EU-Staaten sind mit Dutzenden von Industriechemikalien belastet, das zeigen vom WWF veröffentlichte Testergebnisse. Die 14 im Juni dieses Jahres getesteten Minister haben insgesamt 55 der untersuchten Chemikalien in ihrem Blut. Darunter sind so gesundheitlich bedenkliche Stoffe wie bromierte Flammschutzmittel, polychlorierte Biphenyle (PCB) und Organochlorpestizide, von denen einige schon vor 20 Jahren EU-weit verboten wurden, wie beispielsweise DDT.
Der italienische Umweltminister Roberto Totoli bei der Blutentnahme

Der italienische Umweltminister Roberto Totoli bei der Blutentnahme

„Unsere Testergebnisse zeigen, dass kein Europäer Anlass zu „ruhig Blut“ hat. Die Minister sind alle mit Chemikalien belastet, die beispielsweise unter starkem Verdacht stehen, krebserregend zu sein, das Hormonsystem zu stören oder die Gehirnentwicklung der Nachkommen zu beeinträchtigen. Deshalb will der WWF mit dieser Aktion die Entscheidungsträger in Brüssel motivieren, engagiert für eine starke EU-Chemikalienreform einzutreten“, sagt Karl Wagner, Leiter der WWF- DetoX-Kampagne.

Deutschlands Umweltminister Jürgen Trittin begrüßt die Aktion des WWF: "Es ist nicht länger hinnehmbar, dass die Bürger Europas ungewollt Chemikalien ausgesetzt werden. Um diesen Zustand zu ändern, benötigen wir eine neue Chemikalienpolitik in Europa. Es ist erforderlich, die über 30.000 auf dem Markt befindlichen Chemikalien endlich systematisch zu durchleuchten, ihre Auswirkungen auf Mensch und Umwelt zu prüfen und gefährliche Stoffe vom Markt zu nehmen. Die von WWF vorgestellte Studie "Bad Blood? WWF Reveals Ministers' Chemical Contamination" zeigt die Notwendigkeit auf, Verbraucherinnen und Verbraucher Europas besser zu schützen und unterstützt somit unser Anliegen, das europäische Chemikalienrecht zu modernisieren."

Die vom WWF untersuchten Minister haben durchschnittlich 37 verschiedene Chemikalien im Blut. Die höchste Anzahl war 43, die niedrigste 33 Substanzen. 25 davon wurden im Blut aller untersuchten Minister gefunden: Ein Flammschutzmittel, zwei Pestizide sowie 22 PCB. Die chemische Belastung ist darüber hinaus eine globale Bedrohung für Menschen, Tiere und Umwelt: So wurden einige im Blut der Minister gefundene Substanzen bereits bei den Inuit der Arktis sowie bei Eisbären und Delfinen nachgewiesen.


Der von der EU-Kommission vorgelegte Verordnungsentwurf REACH (Registrierung, Evaluierung, Autorisierung von Chemikalien) zielt darauf ab, die gefährlichen Stoffe herauszufiltern und durch sicherere Alternativen zu ersetzen, geht aber nach Ansicht des WWF und anderer Umweltschutz- und Verbraucherorganisationen in einigen Punkten nicht weit genug.
(WWF, 20.10.2004 - NPO)
 
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