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Sonntag, 22.01.2017
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Von Berlin an den Niger

175 Jahre Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin

Heinrich Barth

Heinrich Barth

Westafrika der Breite nach zu durchwandern, das war das Ziel des Afrikaforschers Heinrich Barth. Als Alexander von Humboldt und Carl Ritter die Teilnahme Barths an der englischen Afrika-Expedition 1846 vermittelten, setzten sie auf einen noch unbekannten Geographen. Mehr noch: sie vertrauten einem Newcomer die erste Forschungsreise mit finanzieller Unterstützung der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin an. Der spätere Erfolg der Expedition sollte ihnen Recht geben. Die von von Humboldt und Carl Ritter 1828 mit gegründete Gesellschaft mauserte sich durch diesen Schritt zu einem Träger geowissenschaftlicher Forschung.

Auf der 16.000 km langen Reise entlang des Nigers erreichte Heinrich Barth als erster Europäer den Mittellauf des Nigers. Expeditionen in Westafrika hatten zu der damaligen Zeit die Aura des Abenteurertums. Sie waren besonders gefährlich und standen ohnehin am Rande der europäischen Entdeckergeschichte, konzentrierten sich die Aktivitäten insbesondere Englands doch eher auf die Erforschung des Nils.

Barth in Timbuktu

Barth in Timbuktu

In seinen regelmäßigen Berichten an die Gesellschaft in Berlin beschreibt Heinrich Barth zu Anfang vor allem logistische Aspekte der Expedition: die Verhandlungen mit örtlichen Statthaltern, die Unterkunft in für ihn ungewohnten afrikanischen Quartieren, die Suche nach geräumigen Booten für die Überfahrt des Nigers. Doch schon bald wechselte er zu einer Beschreibung der Schönheit des Flusses und ergänzte diese um geowissenschaftliche Angaben. Nach dem Tod Richardsons hatte Barth inzwischen die Leitung der Expedition übernommen. Seine Leute und er reisten zu Lande mit Kamelen und Pferden bis sie schließlich 1853 Timbuktu erreichten. In der ehemaligen Karawanenstadt im heutigen Mali sollte Barth sogar sechs Monate verweilen.

Auf seiner fünfjährigen Reise zwischen 1849 und 1855 durch Westafrika entstand aus Barths Feder die erste wissenschaftliche Abhandlung über die Gebiete der heutigen Staaten Nigeria, das nördliche Kamerun, den südlichen Tschad, Niger und Mali. Die mögliche Wechselbeziehung bestimmter Völker und ihrer Lebensweise zu der umgebenden Landschaft interessieren Barth besonders. Ein übrigens sehr aktueller Forschungsansatz heute. Neben diesen kulturgeographischen Aspekten lieferten seine Untersuchungen auch wertvolle Informationen zur Geomorphologie und Klimatologie des damals weitgehend unbekannten Westafrikas.

Unbekannte Regionen zu erforschen, das Entdeckte wissenschaftlich exakt zu beschreiben und nach Möglichkeit zu verstehen. Dies waren die Ziele der Geographen Alexander von Humboldt, Heinrich Berghaus und Carl Ritter als sie in Berlin vor 175 Jahren die Gesellschaft für Erdkunde gründeten. Von Anfang an wurde das reichhaltige Material auch in Vorträgen und ab 1853 in der eigenen Fachzeitschrift, heute DIE ERDE, einer weiteren Öffentlichkeit zur Kenntnis gebracht. Damals wie heute - ein Forum für die Begegnung zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit zu Themen der Geowissenschaften.
(Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin, 14.05.2003 - Dr. Nicole Schmidt / GFZ Potsdam)
 
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