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Sonntag, 11.12.2016
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Afrika: Rätsel der Form geklärt

Warum Nordwestafrika nicht auch ein Teil Südamerikas wurde

Die Sahara hätte heute ein Meer sein können: Als sich vor 130 Millionen Jahren Südamerika von Afrika trennte, bildete sich auch unter dem Nordwesten Afrikas ein Riss. Doch während im Süden ein fast senkrechter Bruch die Kontinente trennte, bleib der Nordwestteil hartnäckig an Afrika hängen. Warum, haben jetzt deutsche Geoforscher näher untersucht.
So hätten Südamierka und Afrika heute auch aussehen können, wenn Westafrika mit abgebrochen wäre

So hätten Südamierka und Afrika heute auch aussehen können, wenn Westafrika mit abgebrochen wäre

Über Hunderte von Millionen Jahren vereinte der Superkontinent Gondwana die südlichen Kontinente Südamerika, Afrika, Indien, Australien und die Antarktis. Doch vor 130 Millionen Jahren zerbrach er und riss dabei auch die alte Einheit von Afrika und Südamerika auseinander. Während die Gründe für Gondwanas Zerbrechen noch immer diskutiert werden, steht fest, dass sich der Superkontinent erst entlang der Ostafrikanischen Küste in einen westlichen und östlichen Teil spaltete, bevor Grabenbrüche zwischen dem heutigen Südamerika und Afrika die Entstehung des Südatlantiks einleiteten.

Vorstehender Landrest statt Sahara-Ozean


Gleichzeitig entstanden aber auch im Untergrund des afrikanischen Kontinents Grabenbrüche: Das Westafrikanische Riftsystem erstreckt sich heute von Nigeria bis Libyen. Die große Frage dabei: Warum bleiben diese Brüche klein und schufen nicht auch einen Ozean? Theoretisch hätte dieser dort entstehen können, wo heute der westliche Teil der Sahara liegt – Meer statt Wüste. Aber das passierte nicht. Stattdessen knickt die Küstenlinie vorher scharf nach Westen ab.

Christian Heine von der Universität Sydney und Sascha Brune vom GeoForschungszentrum Potsdam sind nun der Frage nachgegangen, warum einige der Grabenbrüche im Innern Nordafrikas nicht zu einem Ozean aufbrachen, während der südliche Teil dieses Grabenbruchsystems den heutigen Südatlantik bildete. Sie untersuchten mit Hilfe von plattentektonischen und dreidimensionalen numerischen Modellen, welche Prozesse vor rund 130 Millionen Jahren abliefen.


Der Winkel ist entscheidend


„Eine Bruchzone, die sich vor 130 Millionen Jahren von Südafrika bis nach Libyen erstreckte, hätte Afrika entlang einer Nord-Süd Achse in zwei Teile gespalten“, erklärt der Geoforscher Brune. „Wir konnten jedoch zeigen, dass eine konkurrierende Riftzone entlang des heutigen Äquatorial-Atlantiks in einer dramatischen plattentektonischen Wendung die Spaltung Afrikas und damit die Entstehung eines ‚Sahara-Atlantiks‘ verhinderte.“

Die komplexen numerischen Modelle liefern einen verblüffend einfachen Grund: Je größer der Winkel zwischen Bruchzone und Dehnungsrichtung ist, desto mehr Kraft benötigt ein Riftsystem. Das nahezu senkrecht zur westwärtigen Dehnungsrichtung liegende Westafrikanischen Rift benötigte damit deutlich mehr Kraft und verlor letztendlich gegen seinen äquatorialatlantischen Kontrahenten. Dadurch blieb der Nordwesten Afrikas am Rest Afrikas, während im Süden die Bruchstelle aufriss und größere Teile Gondwanas nach Westen driften ließ. (Geology, 2014; doi: 10.1130/G35082.1)
(GFZ Potsdam, 04.03.2014 - NPO)
 
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