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Freitag, 30.09.2016
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Schokolade hilft gegen Gefäßkrankheiten

Die dunkle Verführung macht die Gefäße flexibel und frei

So gesund kann Naschen sein: Schokolade macht nicht nur glücklich, sie soll auch vor Gefäßkrankheiten schützen. Argumente dafür liefert nun eine neue Studie: Demnach werden durch dunkle Schokolade die Arterien elastischer und weniger weiße Blutkörperchen lagern sich in unseren Blutgefäßen ab. Das wirkt einer Arterienverkalkung entgegen, wie niederländische Wissenschaftler in der Fachzeitschrift "The FASEB Journal" berichten.
Schokolade

Schokolade

Eigentlich ist der Zusammenhang eindeutig: Je mehr Kalorien man zu sich nimmt und je weniger man sich bewegt, desto mehr Fettreserven kann der Körper aufbauen. Die Folge des übermäßigen Genusses von Schokolade sind dann oft Übergewicht und die damit verbundenen gesundheitlichen Folgen. Inzwischen mehren sich aber die Hinweise darauf, dass die süße Leckerei auch ihre guten Seiten hat: Schokolade macht glücklich, Schokolade macht sogar dünn. Und durch die in der Schokolade enthaltenen Flavonoide macht sie uns auch schlauer. Außerdem erweitert Schokolade die Blutgefäße und kann gefährlichen Gefäßkrankheiten vorbeugen, wie frühere Studien bereits andeuteten.

Naschen für die Forschung


Diederik Esser von der Universität Wageningen und seine Kollegen wollten nun wissen: Wie genau wirkt Schokolade auf unsere Gefäße und sind es auch hier wieder die Flavonoide, die wahre Wunder wirken? 44 übergewichtige Männer zwischen 45 und 70 Jahren nahmen an ihrer Studie teil. Zweimal vier Wochen lang aßen sie täglich 70 Gramm dunkle Schokolade. Ein Teil der Männer verzehrte dabei spezielle, mit Flavonoiden angereicherte Schokolade, der Kakaogehalt war bei allen Schokoladenproben gleich. Um eine Gewichtszunahme während dieser Zeit zu verhindern, durften die Teilnehmer nicht noch zusätzlich besonders kalorienreiche Produkte zu sich nehmen.

Vor und nach Ablauf der vier Wochen analysierten die Wissenschaftler die Elastizität der Arterien der Männer und wie stark sich weiße Blutkörperchen an die Wände der Blutgefäße anhefteten. Beides gilt als Maß für die Gesundheit der Gefäße. Die Forscher interessierte aber noch mehr: Sie wollten wissen, ob der hohe Gehalt an Flavonoiden auch die "Lust auf Schokolade" beeinflusst und fragten die Teinehmer nach ihrer Motivation, die Schokolade zu essen.


Dunkle Schokolade ist gut für die Gefäße


Das Ergebnis: Dunkle Schokolade verbessert tatsächlich die Flexibilität der Arterien und verhindert, dass sich weiße Blutkörperchen an der Gefäßwand anheften, so beobachteten die Wissenschaftler. Beides kann die Entstehung von Gefäßkrankheiten, wie etwa der Atherosklerose, verhindern. Zudem verriet die Studie, dass die Menge an Flavonoiden in der Schokolade keinen Einfluss auf den Zustand der Gefäße hat. Dieser Inhaltstoff scheint daher nicht für diese positive Wirkung der Süßigkeit verantwortlich zu sein.

"Wir haben nun ein besseres Gesamtbild über den Einfluss, den Schokolade auf die Gesundheit unserer Gefäße hat. Vor allem wissen wir nun, dass Flavonoide keinen zusätzlichen positiven Effekt haben", fasst Esser die Ergebnisse zusammen. Was genau für den positiven Effekt verantwortlich ist, ist noch unklar. Die Flavonoide aber zeigten zumindest in einer Hinsicht eine klare Wirkung: " Ein hoher Flavonoid-Gehalt beeinflusste den Geschmack der Schokolade und verringerte die Motivation der Männer, diese zu essen", konstatieren die Forscher. "Die dunkle Seite der Schokolade ist also ihre gesunde Seite."
Zukünftige Medikamente könnten diesen Effekt der Schokolade auf unsere Gefäße aufgreifen und verbessern. "Die Wirkung, die Schokolade auf unsere Körper hat, ist ermutigend. Nicht nur weil wir der süßen Verführung nachgeben dürfen, sondern auch, weil wir daraus neue Therapieformen ableiten können. Solange bis die "Schoko-Pille" entwickelt ist, sollten wir mit dem vorliebnehmen, was die Natur uns bereitstellt", meint Gerald Weissmann vom FASEB Journal. (The FASEB Journal, 2013; doi: 10.1096/fj.13-239384)
(Federation of American Societies for Experimental Biology, 28.02.2014 - KEL)
 
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