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Freitag, 02.12.2016
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Krokodile können auf Bäume klettern

Für ein Sonnenbad und eine bessere Sicht klettern Krokodile bis in vier Meter Höhe

Seit mehr als 200 Millionen Jahren bevölkern Krokodile unseren Planeten. Und doch vermögen sie uns noch zu überraschen. Oder hätten Sie gedacht, dass diese behäbigen Panzerechsen in der Lage sind, auf Bäume zu klettern? Die Tiere liegen auf bis zu vier Metern hohen Ästen herum, um Sonne zu tanken und ihr Habitat im Blick zu behalten, wie US-Forscher gemeinsam mit australischen Kollegen beobachtet haben.
Am Mississippi liegt ein Amerikanischer Alligator auf einem Ast

Am Mississippi liegt ein Amerikanischer Alligator auf einem Ast

Krokodile gehören neben den Vögeln zu den letzten Überlebenden der Saurier. Von ihrem Körperbau sind sie ideal an ihre Lebensweise angepasst. Ihr stämmiger Körper mit den eher kurzen Beinen und dem kräftigen Schwanz eignet sich perfekt zum Schwimmen. Die an der Kopfoberseite sitzenden Augen und Nasenlöcher erleichtern das Treiben an der Wasseroberfläche.
Und genau so stellen wir uns ja auch das klassische Bild eines Krokodiles vor: Es dümpelt meistens im Wasser vor sich hin, watet vielleicht auch mal über den Grund oder watschelt entlang des Ufers.

Erstaunlicherweise wollen Krokodile aber manchmal auch hoch hinaus. Von Zeit zu Zeit können sie dabei beobachtet werden, wie sie Bäume erklimmen. Bislang wurden diese Beobachtungen eher als Anekdoten angesehen. Eine Forschergruppe um Vladimir Dinets von der University of Tennessee hat dieses eigenwillige Verhalten der Krokodile nun genauer unter die Lupe genommen. Sie wollten wissen: Wie hoch können die Krokodile klettern? Und vor allen Dingen: Warum tun sie das?

Bis zu vier Meter hoch können Krokodile klettern


Um diese Fragen zu beantworten haben Vladimir Dinets und seine Kollegen das Verhalten von Krokodilen auf drei Kontinenten studiert. In Australien, Afrika und Nord-Amerika legten sie sich auf die Lauer. Und in der Tat: Sie konnten vier verschiedene Krokodil-Spezies dabei beobachten, wie sie auf überhängende Äste und Bäume kletterten. Dazu gehören Nilkrokodile, australische Süßwasserkrokodile, Amerikanische Alligatoren und Zentralafrikanische Panzerkrokodile.


Wie weit sich ein einzelnes Tier hinauswagt, hängt dabei von seiner Größe ab, wie die Forscher feststellten. So klettern kleine Krokodile höher und weiter als ihre größeren Artgenossen. Krokodile von zwei Metern Länge wurden häufiger dabei beobachtet, wie sie auf dicken Ästen einen bis zwei Meter über dem Wasser lagen. Kleinere Panzerkrokodile erklommen sogar Äste von vier Metern Höhe und krochen fünf Meter weit darauf entlang.

Ein Sonnenbad auf Beobachtungsposten


Auf einem bequemen Ast angekommen, suchen sich die Tiere ein sonniges Plätzchen und lassen sich dort nieder. Als wechselwarme Tiere können Krokodile ihre Körpertemperatur nicht selber regulieren. Deshalb liegen sie häufig und ausgiebig in der Sonne um Wärme aufzutanken. Ist das der Grund dafür, dass Krokodile in Baumwipfel steigen? "Die häufigsten Beobachtungen von Sonnenbaden auf Bäumen machten wir genau da, wo nur wenige sonnige Plätze auf dem Boden zu finden waren. Dies zeigt, dass die Tiere Alternativen zur Regulation ihrer Köpertemperatur brauchen", erklären die Forscher.

Die Forscher stellten weiterhin fest, dass Krokodile auf Bäumen trotz ihres Sonnenbades höchst wachsam bleiben. Wenn sich ein Beobachter nähert, dann fliehen sie sehr schnell und entfernen sich weiter als ihre Artgenossen am Boden. Die Forscher schließen daraus, dass Krokodile auch deshalb den hoch gelegenen Platz auswählen: Sie haben von dort eine bessere Sicht über ihren Lebensraum und können eine potenzielle Bedrohung oder auch Beutetiere schneller erblicken.

Thermoregulation und Beobachtung des Habitats. Das sind also die Gründe für die Kletterei. Und aus diesen Gründen scheinen einige Krokodilarten sich auf Bäume zu wagen, obwohl sie keinerlei offensichtliche anatomische Anpassungen an diese Sportart zeigen. Die vermeintlich wenig fürs Klettern geeignete äußere Form kann demnach täuschen. (Hepertology Notes, 2014)
(University of Tennessee, 12.02.2014 - KEL)
 
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