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Freitag, 10.02.2012
„Hai-light“ für den Artenschutz
CITES: Neue Hoffnung für Weißen Hai, Geckos und Schildkröten
Die Weltartenschutzkonferenz CITES hat sich nach zähen Debatten auf Handelsbeschränkungen für die Weißen Haie geeinigt. Der gemeinsame Antrag Madagaskars und Australiens für eine strikte Kontrolle des Handels mit diesen Fischen und ihren Produkten wurde trotz des Gegendrucks von Fischereinationen wie China, Japan und Norwegen mit deutlicher Mehrheit angenommen.

Weißer Hai
Weißer Hai
© Carl Roessler
„Wir haben überhaupt nicht damit gerechnet, dass die Unterstützung für die Weißen Haie so groß ist. Die starke Fischereilobby konnte sich hier in Bangkok wider Erwarten nicht durchsetzen“, freut sich WWF-Artenschützer Volker Homes. Homes hofft nun, dass die heutige Vor-Entscheidung bei den endgültigen Abstimmungen am Mittwoch und Donnerstag auch tatsächlich besiegelt wird.

100 Millionen Haie sterben Jahr für Jahr durch Fischerei
Der WWF schätzt, dass jedes Jahr bis zu 100 Millionen Haie aller Arten durch menschliche Einflüsse wie gezielte Fischerei und ungewollten Beifang sterben. Daneben gehört die Jagd für den Souvenirhandel und für den Lebensmittelmarkt zu den größten Gefahren.

Homes: „Für Zähne der Weißen Haie werden unglaublich hohe Preise gezahlt – für ganze Gebisse sogar bis zu mehrere zehntausend Euro. Viele Gourmets in Asien schätzen ihre Flossen als Delikatesse. Kein Wunder, dass sich Jäger auf die Suche nach den Haien machen.“ Niemand weiß genau, wie viele Weiße Haie noch in den Meeren leben. Da sie erst in hohem Alter und nur wenig Nachwuchs bekommen, können sie die großen Verluste, die ihnen durch Jagd und Beifang zugefügt werden, nach Angaben des WWF kaum noch ausgleichen. Haie spielen jedoch an der Spitze der Nahrungskette eine wichtige Rolle im Ökosystem Meer.

Auch Schildkröten, Geckos und Minkwale vor besserer Zukunft?
Angesichts der akuten Bedrohung zahlreicher Reptilien hat der CITES-Wissenschaftsausschuss auch strengere Schutzbestimmungen für Schildkröten und Geckos beschlossen. Schildkröten aus Südostasien enden millionenfach in den Fleischtöpfen und Apotheken Chinas. Andere Arten wie Spinnenschildkröten und Blattschwanzgeckos aus Madagaskar sind dagegen bei Terrarien-Besitzern in Europa und den USA als Heimtiere begehrt.

"Die Artenschutzkonferenz hat heute die Notbremse gezogen, um die unkontrollierten Plünderungen der Reptilienbestände einzudämmen", berichtet Daniela Freyer, die für Pro Wildlife an der WA-Konferenz teilnimmt. "Für den Tierhandel ist die Natur meist noch immer ein großer Selbstbedienungsladen, das Geschäft mit immer neuen, bizarren Reptilien boomt. Das WA ist das einzig effektive Schutzabkommen für gefährdete Tiere und Pflanzen, weil es dem internationalen Handel einen Riegel vorschiebt."

Die Washingtoner Artenschutzübereinkommens lehnte danach auch noch den Antrag Japans, ein seit vielen Jahren in Kraft befindliches internationales Handelsverbot von Fleisch und anderen Produkten des Nördlichen Zwergwals aufzuheben, mit überwältigender Mehrheit ab.
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