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Donnerstag, 25.08.2016
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Klimawandel: Dreimal mehr Hitzetote

Hitzewellen werden selbst in gemäßigten Regionen wie England erheblich mehr Opfer fordern

Wann kommt die tödliche Hitze? Schon in weniger als 40 Jahren könnten mehr als dreimal so viele Menschen wie heute durch Hitzewellen sterben – und dies in einer so gemäßigten Region wie England. Das berichten britische Wissenschaftler Im Fachmagazin "British Medical Journal". Bis 2080 könnte die mZahlo der Hitzetoten sich sogars versechsfachen.
Extreme Sommerhitze wird zukünftig immer häufiger

Extreme Sommerhitze wird zukünftig immer häufiger

Das Klima in Europa wird in Zukunft wärmer, darüber sind sich die meisten Wissenschaftler einig. Auch Zeiten außerordentlich großer Hitze werden demnach deutlich häufiger auftreten als bisher. Diese könnten tödliche Konsequenzen haben: Bereits bei vergangenen Hitzewellen stiegen bei über 35 Grad Celsius die Todesraten proportional mit der Temperatur an. Wie genau sich die künftige Klimaveränderung auf die Zahl der Todesfälle in den gemäßigten Breiten auswirken wird, war jedoch bislang nur in Teilen erforscht.

Statistik mit dramatischem Ergebnis


Um diese zukünftige Entwicklung abzuschätzen, haben Wissenschaftler von der London School of Hygiene and Tropical Medicine verschiedene Statistiken zu Rate gezogen. Sie analysierten Wetteraufzeichnungen aus den Jahren 1993 bis 2006, mit besonderer Aufmerksamkeit für überdurchschnittlich heiße oder kalte Tage. Diese kombinierten sie mit der Häufigkeit von Todesfällen, die im jeweiligen Zeitraum aufgetreten waren. Anhand dieser Datensätze berechneten sie mit Hilfe von Klimaprognosen und voraussichtlichem Bevölkerungswachstum eine Vorhersage für die 2020er, 2050er und 2080er Jahre.

Die Ergebnisse dieser Studie sind teilweise dramatisch: Für die 2050er Jahre sagen die Wissenschaftler einen Anstieg der Hitzetoten in England um bis zu 257 Prozent voraus. 7.040 Menschen statt heute 1.974 könnten dann durch die Hitze sterben. In den 2080er wären die Folgen noch drastischer: bis dahin steigt die Zahl der Hitzzetoten sogar um rund das Sechsfache, wie die Forscher berichten. Der Grund: Bis etwa 2085 treten überdurchschnittlich heiße Tage dreimal so häufig auf, wie noch zu Beginn des Jahrtausends.


Übermäßig frostige Zeiten sind dagegen seltener: Etwa zwei Prozent weniger Menschen als heute werden in den 2080er voraussichtlich erfrieren. Allerdings: Wegen des eher rauen Klimas in England liegt heute wie künftig die Zahl der Kältetoten höher als die der Hitzeopfer.

Alleinlebende Senioren besonders gefährdet


Ein besonders hohes Risiko für einen Hitzetod besteht für Menschen über 85 Jahren: Sie sind nicht nur aufgrund ihres hohen Alters empfindlicher. Die sozialen Veränderungen der letzten Jahrzehnte haben außerdem dazu geführt, dass viele Senioren heute allein und ohne Hilfe leben. Bereits während der Hitzewelle im Jahr 2003 war dies in Frankreich mitverantwortlich für die hohe Zahl der Todesopfer. Fast 15.000 Menschen starben dort aufgrund der außergewöhnlich heißen Tage im August. In Deutschland lag die Zahl der Toten durch die Hitze bei etwa 3.500, europaweite Schätzungen gehen von 70.000 Toten aus.

Gegenmaßnahmen bei hohen Temperaturen, wie zum Beispiel Klimaanlagen, könnten durch steigende Energiepreise beeinträchtigt werden, warnen die Autoren der Studie. Durch den steigenden Energieverbrauch tragen solche aktiven Kühlsysteme außerdem weiter zum Klimawandel bei. Die Wissenschaftler empfehlen deshalb, etwa bei der Städteplanung auf nachhaltigere Methoden auszuweichen: Schattenspendende Bauweise und bessere Temperaturisolierung durch geeignete Baumaterialien sollen passiv gegen die Hitze wirken. (British Medical Journal (BMJ), 2014; doi:10.1136/jech-201)
(British Medical Journal, 04.02.2014 - AKR)
 
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