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Montag, 24.07.2017
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GEOTECHNOLOGIEN Rätselbild Oktober 2004

Die Lösung

Dieses Radarbild zeigt ein großes ozeanisches Strömungssystem, den Weddellwirbel, am nördlichen Ende der antarktischen Packeisregion. Das Weddellmeer liegt eingerahmt vom Festlandsockel der Antarktis zwischen dem Dronning-Maud-Land sowie dem Palmerland. Es bildet die Übergangszone zwischen dem Schelfeis und dem offenen Ozean.

Strömungswirbel im Wedellmeer

Strömungswirbel im Wedellmeer

Auch wenn die Farbgebung dieses Radarbildes nicht unserer menschlichen Wahrnehmung entspricht, so lassen sich doch durch die Falschfarbendarstellung sehr gut die Strömungen und die unterschiedlichen Eistypen erkennen. Denn die dunklen Bereiche stellen das neu gebildete und vergleichsweise junge Eis dar, während hingegen das Eis des vergangenen Jahres mit einer Dicke von bis zu einem Meter in dunkelgrün, wie in der unteren rechten Ecke, abgebildet ist. Die hellgrünen Bereiche zeigen die auf dem Ozeanwasser treibenden Eisschollen. Das Wasser des offenen Ozeans zeigt sich wie gewohnt in einem dunklen und nicht verwechselbaren Blau.

Der Weddellwirbel hat einen Durchmesser von 40 bis 60 Kilometern und ist wichtiger Bestandteil der globalen ozeanischen Zirkulation. Der Wirbel dreht sich im Uhrzeigersinn und sorgt für einen polwärts gerichteten Transport wärmeren Wassers und beschleunigt somit den sommerlichen Schmelzprozess des Meereises.

Neben dem Grad der Eisbedeckung nimmt insbesondere die Mächtigkeit des Eises einen großen Einfluss auf die thermo-dynamischen Wechselwirkungen zwischen Ozean und Atmosphäre. Die inzwischen regelmäßig von Satelliten erhobenen und immer genauer werdenden Daten lassen erkennen, dass das die Entstehung von Meereis zwar erwartungsgemäß einem Jahreszyklus unterliegt, allerdings wie hier im Weddellmeer auch regionale Unterschiede aufweist.

Denn während das Weddellmeer im Winter fast immer flächendeckend zufriert, so ist es im antarktischen Sommer durch diese Wärmezufuhr nur zu zwei Fünfteln von einer Eisdecke verschlossen. Im Herbst bildet sich jedoch schnell eine erneute dünne Eisschicht, die sich bis zum Höhepunkt des Winters ab August zu einer mächtigen Packeisdecke entwickelt. Durch starke Winde und den Weddellwirbel werden die Eisschollen zusammen geschoben oder deformiert und lassen die so genannten Presseisrücken entstehen.
(AWI, NASA, 12.10.2004 - AHE)
 
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