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Dienstag, 27.09.2016
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Weihnachtssterne: Geschüttelt, nicht gespritzt

Forscher erproben schonendere Methode um die Blumen kleinzuhalten

Weihnachtssterne stehen in der Advents- und Weihnachtszeit in vielen Wohnzimmern. Dass sie da überhaupt hinpassen, verdanken sie dem brachialen Einsazt von Chemie. Denn in ihrer Heimat Mexiko wachsen die Pflanzen bis zu vier Meter in die Höhe. Die hier verkauften Exemplare bleiben nur deshalb klein, weil sie chemisch behandelt und so am Wachstum gehindert werden. Doch Berliner Forscher haben nun eine Alternative zur chemischen Keule entdeckt: Schütteln.
Forscher beim Versuch mit Weihnachtssternen im Gewächshuas

Forscher beim Versuch mit Weihnachtssternen im Gewächshuas

Die Wissenschaftler der Berliner Humboldt-Universität am Department für Nutzpflanzen und Tierwissenschaften stellen für ihre Studie die Weihnachtssterne auf Rütteltische und schütteln sie so lange durch, bis sie die Lust aufs Wachsen verlieren. „Wir geben den Pflanzen einen mechanischen Reiz und hemmen so ihr Wachstum“, sagt Heiner Grüneberg vom Lehr- und Forschungsgebiet Gärtnerische Pflanzsysteme. Die Tischplatten, auf denen die Pflanzen stehen, sind mit einem Vibrationsmotor verbunden, der zwei Mal pro Stunde angeht.

Rütteln macht kompakter


Ein Versuch dauert sechs bis acht Wochen, dann sind die roten, weißen oder rosafarbigen Hochblätter und die gelb-grünen Cyathien – die eigentlichen Blüten – ausgebildet. Das Ergebnis:
Auf das Gerüttel reagieren die Wolfsmichgewächse mit dem botanischen Namen Euphorbia pulcherrima sehr empfindlich: Sie ducken sich. Anstatt in die Höhe zu wachsen, werden sie kompakter. Diese ökologisch-gerüttelten Weihnachtssterne werden allerdings erst auf dem Markt erhältlich sein, wenn die Grundlagenforschung beendet ist.

Damit das gelingt, planen, topfen, bewässern und mikroskopieren die Wissenschaftler ihre Pflanzen, werten die Ergebnisse aus und vergleichen sie mit den konventionell wachsenden sowie den chemisch gehemmten Pflanzen. „Die gesamte Produktion unterliegt ökologischen Kriterien“, sagt die wissenschaftliche Mitarbeiterin Diana Helbig. Die Stecklinge werden in torfreduziertes Substrat in verrottbaren Töpfen gepflanzt und mit Schafwollpellets gedüngt. Vielleicht schaffen sie es ja, ihre Methode rechtzeitig zum Weihnachtsfest im nächsten Jahr marktreif zu machen.
(Humboldt-Universität zu Berlin, 23.12.2013 - NPO)
 
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