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Dienstag, 30.08.2016
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China landet auf dem Mond

Nach 37 Jahren ist erstmals wieder eine Raumsonde auf dem Erdtrabanten gelandet

Nach Russland und den USA ist nun auch China eine erste Mondlandung gelungen: Ihre Raumsonde Chang'e 3 setzte am Sonntagmittag in der Ebene Sinus Iridum auf der Nordhalbkugel des Mondes auf. Die Raumsonde hat einen Rover an Bord, der nun drei Monate lang die Mondoberfläche erkunden soll. Vor wenigen Stunden schickte der Rover Yutu seine ersten Aufnahmen zur Erde.
Der Mond musste lange auf neuen Besuch warten: Die letzte weiche Landung einer unbemannten Raumsonde auf dem Mond liegt 37 Jahre zurück. Sie gelang 1976 der sowjetischen Raumsonde Luna 24. Und den letzten bemannten Besuch hat der Erdtrabant 1972 erhalten. Seither gab es zwar einige Missionen von Orbitersonden, aber der Aufwand, eine Sonde auf der Oberfläche zu landen, schien offenbar keiner der großen Raumfahrtnationen die Mühe wert.

Mondlandung von Chang'e 3 und die erste Fahrt des Mondrovers Yutu

Großer Schritt für Chinas Raumfahrt


Für China aber ist dies ein bedeutender Schritt, ein historischer Augenblick ihrer Raumfahrt, wie es gestern im chinesischen Staatsfernsehen hieß. Denn für das noch junge Raumprogramm Chinas ist dies das bisher schwierigste unbemannte Raumfahrtmanöver und sein Gelingen ein großer Prestigegewinn. Unterstützt wird China dabei allerdings von der ESA, deren weltweite Bodenstationen dabei helfen, die Kommunikation zur Sonde aufrechtzuerhalten.

Die Mondsonde Chang'e 3 war am 1. Dezember auf einer Trägerrakete vom Kosmodrom Yichang aus in die Erdumlaufbahn gestartet. Von dort schwenkte sie einen Tag später auf eine Bahn Richtung Mond ein und erreichte den Mondorbit am 6. Dezember. Am 14 Dezember wurde das Landemanöver eingeleitet, dass die Raumsonde 250 Kilometer östlich der Regenbogenbucht (Sinus Iridum) im nördlichen Teil des Mare Imbrium zu Boden brachte. Die Landung erfolgte kurz nach 14:00 Uhr unserer Zeit und wurde vom Jubel der Wissenschaftler und Techniker im chinesischen Raumfahrtzentrum begleitet.


Mondrover Yutu schickt erste Bilder


Noch am gleichen Abend rollte das an Bord der Raumsonde mitgereiste Mondfahrzeug Yutu - chinesisch für Jadehase - über eine Rampe von Bord. Vor wenigen Stunden übermittelte dieser sechsrädrige Rover bereits seine ersten Aufnahmen von der Mondoberfläche und machte auch Fotos der neun Meter entfernt stehenden Sonde Chang'e 3. Energie gewinnt der Rover durch Solarpaneele, dadurch muss er nachts pausieren.

Der chinesische Mondrover Yutu auf dem Weg zur Mondoberfläche

Der chinesische Mondrover Yutu auf dem Weg zur Mondoberfläche

Doch der rund 140 Kilogramm schwere Mondrover kann mehr als nur fotografieren. Er ist ähnlich wie der Marsrover Curiosity mit einem Roboterarm ausgerüstet, an dessen Spitze ein Spektrometer sitzt. Dies ermöglicht es ihm, Gesteinsproben aufzuheben und auf ihre Zusammensetzung hin zu analysieren. Außerdem hat ein Radar an Bord, mit dem er rund 100 Meter tief in den Regolith hineinblicken kann.

Neue Erkenntnisse über Mondvulkanismus und Impakte


Die Ergebnisse dieser Analysen könnten für die Mondforschung sehr spannend sein. Denn das Untersuchungsgebiet von Chang'e und Yutu liegt in einer Region mit erstarrten Strömen aus Basaltlava, gleichzeitig gibt es hier auch Material, das bei Meteoriteneinschlägen ausgeworfen und umhergeschleudert wurde. Die Analysen könnte dazu beitragen, die bei der Kraterbildung ablaufenden Prozesse besser zu verstehen und auch die vulkanische Frühzeit des Erdtrabanten.

So könnten die Radardaten von Yutu dabei helfen herauszufinden, wie dick die Basaltschicht ist, die den alten Einschlagskrater im Sinus Iridum nachträglich ausfüllte. Und auch, wie viel Regolith sich darüber angesammelt hat. Die Mondsonde Chang'e 3 soll rund ein Jahr auf der Oberfläche in Betrieb bleiben, der Rover mindestens drei Monate. China plant auch bereits eine Mission, bei der eine Sonde Gesteinsproben auf dem Mond sammeln und zur Erde zurückbringen soll. Die dafür gedachte Mondsonde Chang'e 5 wird voraussichtlich im Jahr 2017 gebaut und ins All geschickt. Dies gab der Sprecher der chinesischen Wissenschafts- und Technikbehörde, Wu Zhijian, vor wenigen Stunden bekannt. Nach dem Erfolg der aktuellen Mondmission sei das chinesische Mondforschungsprojekt bereit, in die nächste Phase einer unbemannten Rückkehrmission einzutreten.
( , 16.12.2013 - NPO)
 
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