• Schalter wissen.de
  • Schalter wissenschaft
  • Schalter scinexx
  • Schalter scienceblogs
  • Schalter damals
  • Schalter natur
Scinexx-Logo
Logo Fachmedien und Mittelstand
Scinexx-Claim
Facebook-Claim
Google+ Logo
Twitter-Logo
YouTube-Logo
Feedburner Logo
Freitag, 21.07.2017
Hintergrund Farbverlauf Facebook-Leiste Facebook-Leiste Facebook-Leiste
Scinexx-Logo Facebook-Leiste

Klimawandel: Seuchenalarm in Deutschland?

Krankheitsüberträger und -erreger bereits vor Ort

Der Klimawandel könnte dafür sorgen, dass sich in Zukunft Infektionskrankheiten wie Dengue-Fieber, Gelbfieber oder Malaria auch in Deutschland ausbreiten. Dies hat eine neue Studie im Auftrag des Umweltbundesamtes ergeben. Viele der verantwortlichen Krankheitsüberträger und -erreger sind bereits nach Mitteleuropa eingeschleppt worden.

Anopheles-Mücke

Anopheles-Mücke

Folgen eines veränderten Klimas


Die Hitze des vergangenen Sommers und der bisher milde Winter werfen die Frage auf, auf welche Folgen eines veränderten Klimas wir uns wohl in Zukunft einstellen müssen. Gesundheitsgefahren entstehen nicht nur aus einer direkten Hitzebelastung während der Sommermonate - auch Krankheiten könnten in Deutschland im Zusammenhang mit Umwelt- und Klimaveränderungen zum Problem werden.

Wie groß die Gefahr ist, dass sich Infektionskrankheiten, wie Enzephalitiden, Dengue-Fieber, Gelbfieber, Malaria oder Leishmaniose in Deutschland ausbreiten könnten, zeigt eine im Auftrag des Umweltbundesamtes (UBA) entstandene Studie unter der Leitung von Professor Walter Maier aus dem Institut für medizinische Parasitologie der Universität Bonn. Sie gibt einen umfassenden Überblick über in Deutschland nachgewiesene tierische Krankheitsüberträger - wie Zecken, Stech-, Sand-, Kriebelmücken, Gnitzen und Nagetiere - sowie von ihnen übertragene Erreger (Viren, Bakterien, tierische Einzeller).

Erreger und Überträger bereits vor Ort


Zentrales Ergebnis: Wesentliche Voraussetzungen für das Auftreten neuer Erkrankungen sind gegeben, da alt bekannte als auch neu festgestellte Erreger in Deutschland und unseren Nachbarländern nachgewiesen worden sind. Dies gilt auch für geeignete tierische Überträger. Eine Analyse der gegenwärtigen Situation zeigt, dass Wärme liebende Krankheitsüberträger und -erreger bereits nach Deutschland oder in unsere Nachbarstaaten eingeschleppt worden sind. So wurde die ursprünglich in Asien beheimatete Tigermücke (Aedes albopictus), ein Überträger des Dengue-Fiebers, bereits in Frankreich und Italien entdeckt.


In Deutschland wurde eine hier bisher unbekannte Sandmückenart Phlebotomus mascittii gefunden, aktuell zusätzlich Phlebotomus perniciosus, ein aus Süd- und Südwesteuropa bekannter Überträger der Leishmaniose. In der Tat sind in Deutschland einzelne Leishmaniose-Infektionen bei Mensch und Tier aufgetreten, die nicht als "Reiseandenken" von Fernreisen mitgebracht worden sind. Die Malaria gilt heute bei uns als bedeutendste "Importinfektion", wie jährlich etwa 1.000 durch das Robert Koch-Institut (RKI) registrierte Erkrankungsfälle zeigen. Teile Deutschlands waren bis Mitte der 50er-Jahre Malaria-Gebiete, in denen einheimische Anopheles-Mücken die Krankheit an Menschen übertrugen. Sollten sich in Zukunft klimabedingt die Entwicklungs- und Ausbreitungsmöglichkeiten bestimmter Anopheles-Arten in Deutschland verbessern, entsteht mit zunehmender Zahl infizierter Personen auch ein steigendes Risiko, sich in Deutschland durch Stiche von Malaria-Mücken mit dem Erreger zu infizieren.

Andere Ursachen für die Verbreitung der Infektionen


Wesentliche Ursachen für die Verbreitung der Infektionen über tierische Überträger sind - neben der Klimaveränderung - der intensive Reiseverkehr und Tiertransporte, Nutzungsänderungen von Brut- und Rastgebieten (zum Beispiel Hineinsiedeln in offene Landschaften, Renaturierungen) und die Ausbreitung tierischer Überträger und Reservoirtiere in bisher von ihnen nicht besetzte Regionen und Nischen. Das Risiko, an einer Vielzahl neuer oder in Deutschland als ausgerottet geltender Infekti
(Informationsdienst Wissenschaft - idw - - Pressemitteilung Umweltbundesamt (UBA), 15.01.2004 - DLO)
 
Printer IconShare Icon