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Montag, 05.12.2016
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Mangel an Vitamin B12 durch Säureblocker?

Arzneimittel gegen zu viel Magensäure können das Risiko für einen B12-Mangel erhöhen

Medikamente gegen zu viel Magensäure haben eine bisher unerkannte Nebenwirkung: Wer sie länger nimmt, hat ein erhöhtes Risiko für einen Mangel an Vitamin B12. Bleibt ein solcher Mangel unbehandelt, können Anämien, neurologische Störungen und sogar Demenz die Folge sein. Das bedeute zwar nicht, dass man sofort alle Säureblocker wegwerfen sollte, betonen US-Forscher im Fachjournal "JAMA". Die Ärzte sollten aber den Vitamin-Status ihrer Patienten überwachen.
Säureblocker helfen dem Magen, beeinflussen aber möglicherweise den Vitamin B12 -Haushalt

Säureblocker helfen dem Magen, beeinflussen aber möglicherweise den Vitamin B12 -Haushalt

Vitamin B12 ist ein essenzieller Stoff - unser Körper benötigt ihn bei hunderten von Stoffwechselprozessen, kann ihn aber nicht selbst herstellen. Die auch als Cobalamin bezeichnete Verbindung ist nötig für die Blutbildung, das Wachstum und die Teilung von Zellen und für das Nervensystem. Fehlt sie, kann dies eine Blutarmut zur Folge haben, im schweren Fall auch neurologische Ausfälle und Demenzen.

B12-Mangel vor allem bei Älteren häufig


Der Körper wird normalerweise über die Nahrung mit diesem Vitamin versorgt, es ist vor allem in Fleisch und andere tierischen Lebensmitteln enthalten. Als täglicher Mindestbedarf gelten zwei bis drei Mikrogramm pro Tag. "Ein Mangel an Vitamin B12 ist aber relativ verbreitet, vor allem bei älteren Erwachsenen", erklären Jameson R. Lam vom Kaiser Permanente Hospital im kalifornischen Oakland und seine Kollegen. Einer möglichen Ursache für einen solchen Mangel sind sie nun auf die Spur gekommen.

Für ihre Studie werteten die Forscher die Vitamin- und Medikamentendaten von mehr als 200.000 Patienten in Nordkalifornien aus. 25.956 hatten zwischen Januar 1997 und Juni 2011 die Diagnose Vitamin B12 Mangel erhalten, 184.199 nicht. Die Wissenschaftler verglichen nun, ob die Mangel-Patienten möglicherweise häufiger Magensäure hemmende Mittel eingenommen hatten als die ausreichend mit B12 versorgten Teilnehmer. Dazu ermittelten sie, wie häufig und in welcher Dosierung alle Teilnehmer solche Magenschutz-Medikamente eingenommen hatten.


Frauen und Jüngere stärker betroffen


Das Ergebnis: Teilnehmer, die zwei Jahre oder länger regelmäßig Säureblocker eingenommen hatten, hatten ein erhöhtes Risiko für einen Vitamin B12 Mangel. In der Gruppe der Mangelpatienten waren sie um knapp fünf Prozent stärker vertreten als in der Kontrollgruppe mit ausreichend B12. Der Zusammenhang zwischen Magensäure-Hemmern und Vitamin B12 Mangel war dabei umso stärker, je höher die Dosierung der Säureblocker war, wie die Forscher berichten. Zudem waren Frauen und jüngere Altersgruppen stärker betroffen als Männer oder ältere.

Nach Ansicht der Wissenschaftler deutet dieses Ergebnis darauf hin, dass diese Medikamente anfälliger für einen Vitamin B12 Mangel machen - auch wenn noch nicht geklärt sei, warum. Sie warnen allerdings vor vorschnellen Reaktionen: "Das heißt nicht, dass wir von Säureblockern bei Personen mit klarer Indikation für eine entsprechend Behandlung abraten", so Lam und seine Kollegen. "Aber Mediziner sollten bei der Verschreibung dieser Arzneimittel wachsam sein und die jeweils geringstmögliche Dosis einsetzen."

Eine gute Nachricht gab es aber auch: Bei den Teilnehmern, die aufhörten, die Säureblocker zu nehmen, normalisierte sich nach einiger Zeit auch das Risiko für den Vitamin B12 Mangel wieder. (
JAMA, 2013; doi: 10.1001/jama.2013.280490)
(The JAMA Network Journals, 11.12.2013 - NPO)
 
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