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Montag, 05.12.2016
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Aids: Viele Fortschritte, aber regionale Hotspots bleiben

Bilanz zum Welt-Aidstag verhalten optimistisch, aber Ausnahmen bleiben

Obwohl es noch immer keine Heilung für Aids-Patienten gibt, sind die Berichte zum Welt-Aids-Tag verhalten positiv. Die Zahl Neuinfektionen ist gesunken, ebenso die Zahl der Todesfälle durch Aids. Gleichzeitig haben im letzten Jahr 20 Prozent mehr HIV-Positive Zugang zu antiretroviraler Therapie erhalten als noch 2011. Allerdings: In Osteuropa, dem Mittleren Osten und Zentralasien ist die Zahl der Neuinfektionen und Todesfälle weiter angestiegen.
Befallene Zelle mit freigesetzte HI-Virenpartikeln (grün)

Befallene Zelle mit freigesetzte HI-Virenpartikeln (grün)

Es gibt Fortschritte in der Vorbeugung gegen Aids: Weltweit lag die Rate der Neuinfektionen im letzten Jahr so niedrig wie zuletzt vor 20 Jahren. 2,3 Millionen Menschen haben sich laut UNAIDS im Jahr 2012 neu mit der Virus-Krankheit angesteckt. Vor allem die Neuinfektion von Kindern ist seit 2001 um 52 Prozent auf 260.000 zurückgegangen. Im stark betroffenen Afrika südlich der Sahara sind die Infektionen seit 2001 um 40 Prozent zurückgegangen. Dort sank auch die Zahl der aidsbedingten Todesfälle um 22 Prozent seit 2001. Weltweit starben 2012 1,6 Millionen Menschen an Aids.

Mehr Therapie auch für die Armen


"Zum ersten Mal ist ein Ende der Epidemie absehbar, die so viel verheerende Zerstörung rund um die Welt angerichtet hat", konstatiert Michel Sidibé, leitender Direktor der UN-Organisation UNAIDS. "Zum ersten Mal können wir sagen, dass wir zumindest beginnen, diese Epidemie zu kontrollieren und nicht, dass die Epidemie uns kontrolliert."

Entwicklung bei den Neuinfektionen, Todesfällen und der Behandlung von HIV

Entwicklung bei den Neuinfektionen, Todesfällen und der Behandlung von HIV

Einen Grund für diesen Erfolg sieht UNAIDS auch in dem verbesserten Zugang der Menschen in ärmeren Ländern zu einer Behandlung: Ende 2012 erhielten 9,7 Millionen Menschen in Ländern mit niedrigem und mittleren Pro-Kopf-Einkommen eine antiretrovirale Therapie. Das ist 20 Prozent mehr als noch im Vorjahr. Eine solche Therapie erlaubt es HIV-Infizierten nicht nur, krankheitsfrei zu leben. Sie verringert auch das Risiko einer Übertragung der Viren auf andere. Ein Grund für den verbesserten Zugang sind Investitionen und gesenkte Kosten für eine solche Therapie: 1990ern kostete eine solche Therapie noch 10.000 US-Dollar pro Person und Jahr, heute sind es nur noch 140 US-Dollar.


Anstieg in Osteuropa und dem Mittleren Osten


Allerdings: Er gibt auch schlechte Nachrichten: Im Mittleren Osten, in Nordafrika, Osteuropa und Zentralasien steigt die Zahl der Neuinfektionen und der Aidstoten seit 2001 weiterhin an. In Osteuropa und Zentralasien um 13 Prozent, im Mittleren Osten sogar um 50 Prozent, wie UNAIDS mitteilt. Dort verdoppelte sich auch die Anzahl der Menschen, die an Aids oder aidsbedingten Krankheiten starben. Nach Angaben von UNAIDS sind unter den Neuinfektionen vor allem homosexuelle Männer und Drogennutzer. Insgesamt leben heute weltweit 35 Millionen Menschen mit einer HIV-Infektion.

Und noch etwas macht den Experten Sorge: Die Finanzierung für die Aids-Aufklärung und Prävention ist teilweise zurückgegangen. "Vor allem in einigen Ländern, in denen die Neuinfektionen unter Drogennutzer, mit zehn Prozent sehr hoch sind, wird weniger als fünf Prozent der gesamten HIV-Ausgaben für die Prävention ausgegeben", heißt es in einem Statement von UNAIDS. Ähnliches gelte für den Mittleren Osten und Nordafrika, wo sich vor allem homosexuelle Männer durch ungeschützten Sex anstecken.

Und noch einen Trend gibt es: Es gibt immer mehr ältere HIV-Infizierte - nicht, weil sie sich alle erst im Alter angesteckt haben, sondern weil viele von ihnen dank antiviraler Therapie länger leben. Weltweit sind rund 3,6 Millionen Menschen über 50 HIV-positiv, so die Schätzung von UNAIDS.
(UNAIDS, 29.11.2013 - NPO)
 
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