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Freitag, 09.12.2016
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Hunde wedeln nach Lust und Laune

Stimmungslage beeinflusst Schwanzwedel-Symmetrie

Ein wildes Hin und Her – Schwanzwedeln ist gleich Schwanzwedeln, könnte man meinen. Doch offenbar lässt sich das Geschwänzel bei Hunden nach Seiten-Tendenz differenzieren: Experimenten italienischer Forscher zufolge wedeln besonders freudig gestimmte Hunde rechtslastig, sind sie hingegen etwas misstrauisch, schlägt der Schwanz mehr nach links aus. Im Fachjournal "Current Biology" schlussfolgern die Forscher, dass die beiden Hirnhälften von Hunden asymmetrisch arbeiten, so wie es auch beim Menschen der Fall ist.
Schwanzwedeln

Schwanzwedeln

Die Forscher um Giorgio Vallortigara von der Universität von Trento haben bereits bei früheren Untersuchungen die Bedeutung des asymmetrischen Schwanzwedelns bei Hunden entdeckt: Sieht ein Hund sein Herrchen oder einen befreundeten Hund, schwänzelt er rechtslastig. Ist er hingegen mit einem eher unfreundlich wirkenden Artgenossen konfrontiert, ruft die negative Emotion ein Schwanzwackeln mit Schlagseite nach links hervor. Den Forschern zufolge spiegelt dies wieder, was im Gehirn der Tiere passiert: Eine Aktivität durch negative Emotion in der rechten Hirnhälfte erzeugt eine Neigung nach links und umgekehrt.

Hunde nehmen die Schwänzel-Tendenz bei Artgenossen wahr


Unterschiedliche Schwanzwedel-Richtung beim Hund

Die Forscher haben ihre Ergebnisse nun mit einem neuen Experiment bestätigt: Sie konnten zeigen, dass Hunde die Botschaft, die vom asymmetrischen Wedeln ausgeht erfassen. Sie zeigten ihren Versuchshunden dazu Videoaufnahmen von rechts- beziehungsweise linkslastig wedelnden Hunden und analysierten ihre Reaktionen. Es zeigte sich: Der Anblick eines nach links wedelnden Hundes erzeugt bei den Tieren Anzeichen von Ängstlichkeit und ihre Herzfrequenz steigt. Sehen sie hingegen einen Hund mit rechter Schwänzel-Tendenz, bleiben sie ruhig. „Das asymmetrische Wedeln hat also in der Tat eine Bedeutung", resümiert Vallortigara.

Das Ergebnis, dass Emotionen mit bestimmten Seiten beim Hund gekoppelt sind, könnte sich vielleicht auch in der Veterinärmedizin praktisch umsetzen lassen, meint der Verhaltensforscher : „Möglicherweise könnte es günstig sein, wenn sich Tierärzte von einer bestimmten Seite ihrem tierischen Patienten nähern", so Vallortigara.
(Current Biology, 2013; doi: 10.1016/j.cub.2013.09.027)
(Current Biology, 04.11.2013 - AKR)
 
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