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Sonntag, 22.10.2017
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Krankenhaushygiene in der Kritik

128.000 Wundinfektionen pro Jahr nach Operationen

Alarmierende Schlagzeilen lenken derzeit den Blick auf die Hygiene der Krankenhäuser: Aus England und Australien wird die Übertragung der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (BSE) durch mangelhaft sterilisierte OP-Instrumente berichtet. Für Operationen mit hohem Risiko der Prionenübertragung ist dort die Verwendung von Einmalinstrumenten mittlerweile vorgeschrieben. Aber auch in Deutschland ist die Situation nicht optimal.
Experten rechnen hierzulande immerhin mit jährlich 128.000 postoperativen Wundinfektionen. Die betroffenen Patienten bleiben im Schnitt zwei Wochen länger im Krankenhaus, was zusätzliche Kosten in Form von Medikamenten, Bindung von medizinischem Personal, Verdienstausfall usw. verursacht.

Dass im Bereich der Sterilgutversorgung dringender Handlungsbedarf besteht, verdeutlichen die vorläufigen Untersuchungsergebnisse von Bezirksregierungen und Gewerbeaufsicht in NRW und Niedersachsen, die Steri-Anlagen in Krankenhäusern und die Reinigungsqualität in Endoskopie-Einheiten, zum Beispiel bei niedergelassenen Ärzten, analysierten. Das alarmierende Ergebnis: Über 40 Prozent der Krankenhäuser, die ihre OP-Instrumente hygienisch aufbereiten, erfüllen derzeit nicht die gesetzlichen Anforderungen. 75 Prozent dieser Einrichtungen können lediglich durch Neuanschaffung der Sterilisatoren den gesetzlich geforderten Stand der Technik erreichen.

Jetzt haben sich rund 100 Krankenhaus-Manager, Wissenschaftler, Industrie-Vertreter und Repräsentanten von Behörden mit dem Thema "Risiko Sterilgutversorgung - Im Spannungsfeld zwischen rechtlichen Anforderungen und Wirtschaftlichkeit" im Rahmen einer Fachtagung in Essen auseinander gesetzt. Als Ergebnis des CKM- Forums wurde ein 16-Punkte-Programm entwickelt, das den Krankenhäusern helfen soll, eine bedarfsgerechte und wirtschaftliche Sterilgutversorgung zu etablieren.
(Centrum für Krankenhaus Management, 05.10.2004 - NPO)
 
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