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Samstag, 22.07.2017
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Alkohol: Abstinenz stoppt Hirnschwund

Neubildung von Nervenzellen in Gang gesetzt

Neue Untersuchungsergebnisse, die auf dem 12. Weltkongress für biomedizinische Alkoholforschung in Mannheim vorgestellt wurden, weisen darauf hin, dass unter Abstinenz der Schwund der Hirnsubstanz bei alkoholabhängigen Patienten teilweise rückläufig ist. Dies erklärt sich durch die Neubildung von Nervenzellen.
Forschungslandschaft Gehirn

Forschungslandschaft Gehirn

Mehr als hundert Jahre suchte die Wissenschaft Antworten auf die Frage, warum und wie das Gehirn von Alkoholabhängigen schrumpft. Zwar wurde sehr bald erkannt, dass Alkohol als Zellgift wirkt und damit die Zellen entweder teilweise schädigt oder ganz abtötet. Es blieben jedoch immer Vermutungen nach einem weiteren Mechanismus. Nach der Einführung neuer bildgebender Verfahren konnte dann darüber hinaus auch gezeigt werden, dass unter Abstinenz die alkoholbedingte Hirnatrophie teilweise umkehrbar ist. Dies war mit dem damals in der Wissenschaft herrschenden Dogma, wonach das erwachsene Gehirn keine neuen Nervenzellen zu bilden vermag, nicht vereinbar.

Neue Untersuchungen von Fulton Crews von der University of North Carolina/USA, die auf dem 12. Weltkongress für Biomedizinische Alkoholforschung (ISBRA) in Mannheim vorgestellt wurden, zeigen jedoch, dass bei erwachsenen "alkoholabhängigen" aber abstinenten Versuchstieren eine Neubildung von Nervenzellen in der Größenordnung von mehreren 100.000 pro Monat möglich ist. Im Stadium massiver Alkoholzufuhr kommt diese Neuro-Neogenese dagegen vollständig zum Stillstand. Bisher konnten die beschriebenen Veränderungen vor allem im Hippocampus und in Teilen des frontalen Cortex nachgewiesen werden.

Diese Befunde erklären gemeinsam mit den oben beschriebenen toxischen Wirkungen von Alkohol auf die Nervenzelle einerseits die alkoholbedingte Hirnatrophie, andererseits kann damit auch die abstinenzbedingte Erholung und Wiederausdehnung des Gehirns im Sinne einer "Selbstreparatur" erklärt werden.
(Zentralinstitut für Seelische Gesundheit, Mannheim, 04.10.2004 - NPO)
 
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