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Montag, 26.09.2016
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Street-View für Korallenriffe

Virtueller Besuch im Riff soll beim Kartieren helfen

Künftig gibt es eine ganz neue Möglichkeit, ein Korallenriff zu besuchen: per Google Streetview. Denn Forscher eines internationalen Forschungsprojekts haben nun die ersten 360° Panoramen aus Riffen vor Australien, den Philippinen und Hawaii ins Netz gestellt. Diese und weitere Aufnahmen sollen künftig auch dazu genutzt werden, die fotografierten Tiere nach dem Prinzip des "City Zen-Science" mit Hilfe der Internetnutzer zu kartieren.
Ausschnitt aus einem Panorama des Catlin Seaview Survey

Ausschnitt aus einem Panorama des Catlin Seaview Survey

Schon seit einigen Jahren sind die Forscher des Catlin Seaview Survey dabei, eine visuelle Bestandsaufnahme von Korallenriffen weltweit zu erstellen. Das Prinzip dabei: Die hochauflösenden Aufnahmen der Lebenswelt im Riff werden nachher von speziellen Auswerteprogrammen durchmustert, deren automatische Bilderkennung die darauf abgebildeten Organismen registriert. Ziel ist es, auf diese Weise im Laufe der Zeit genauer zu ermitteln, wie die sensiblen Riffe und ihre Bewohner auf den Klimawandel reagieren.

"Diese neue Technologie erlaubt es uns, die Verteilung und Häufigkeit von Schlüsselorganismen wie den Korallen schnell und in großem Maßstab zu ermitteln", erklärt Projektleiter Ove Hoegh-Guldberg von der University of Queensland. "Allein im Jahr 2012 haben unsere Expeditionen zum Great Barrier Reef auf diese Weise mehr als 150 Kilometer Rifflandschaft aufgenommen."

So funktioniert das Prinzip des Streetview für Korallenriffe

"Citizen-Science" als Hilfe und Weckruf zugleich


Jetzt haben die Forscher ihr Projekt noch erweitert: Sie wollen nun Internetnutzer dazu gewinnen, ihnen bei der Kartierung der Riffbewohner zu helfen. "Wir planen, demnächst Online-Nutzer dazu einzuladen, uns beim Zählen der Lebewesen zu helfen", sagt Hoegh-Guldberg. Ziel der Forscher ist es dabei nicht nur, die Kartierung zu erleichtern. Sie wollen auf diese Weise auch die Vielfalt und Schutzwürdigkeit der Riffgemeinschaften ins Bewusstsein rufen.


"Nur ein Prozent der Menschheit ist schon mal in einem Korallenriff getaucht", so der Forscher. "Indem wir nun Millionen Menschen weltweit digital an diesem Erlebnis teilhaben lassen, wecken wir auch ihre Aufmerksamkeit für die Bedrohung der Korallenriffe." Experimente unter anderem an der University of Queensland zeigen bereits, dass einige Riffe schon jetzt durch Klimawandel und Versauerung der Meere nahe an ihre Toleranzgrenzen gebracht wurden. "Und noch schlimmer: Unsere Ergebnisse zeigen, dass selbst unter gemäßigten Prognose-Szenarien des Weltklimarats IPCC die meisten Korallen bereits um ihr Überleben kämpfen müssen", so Hoegh-Guldberg.

Link zu den ersten Beispielen des Google Streetview für Riffe
(British Ecological Society, 21.08.2013 - NPO)
 
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