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Samstag, 23.09.2017
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Die Karibik und der heimliche Zuckerkrieg

Die bitteren Seiten des Hungers nach Süßem

Coco Cola-Reklame

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Warum streitet sich Coca Cola mit deutschen Rübenlandwirten und Zuckerfabrikanten um die Zuckermarktordnung? Was haben europäische Agrarpolitik und das Leid rechtloser Landarbeiter in der Karibik miteinander zu tun? Wie könnten Bio- und Gentechnologie in der nahen Zukunft den weltweiten Markt für Süßungsmittel radikal verändern?

Die 45-minütigen Filmreportage "Süßhunger - Der heimliche Zuckerkrieg" des Kieler Dokumentarfilmers Christoph Corves, der jetzt mit dem Medienpreis der Deutschen Geographie 2003 ausgezeichnet wurde, nimmt den Zuschauer mit auf eine spannende Reise von Deutschland über Amerika in die Karibik: zu Menschen, die auf ganz unterschiedliche Weise vom Zucker "abhängig" sind. Der mit großem Aufwand recherchierte Film zeigt eindrucksvoll, wie der Weltmarkt für Zucker im Detail funktioniert. Für seine von der EU-Kommission, der MSH Gesellschaft zur Förderung audiovisueller Werke in Schleswig-Holstein und dem Evangelischen Entwicklungsdienst (EED) geförderte Reportage war Corves über drei Jahre lang in der Karibik, Mexiko, Frankreich, den USA und Schleswig-Holstein unterwegs.

Zuckerhandel

Zuckerhandel

Sieger und Verlierer im Zuckergeschäft


Auf seiner Suche nach Siegern und Verlierern im globalen Zuckergeschäft lässt der Autor haitianische Wanderarbeiter auf einer Zuckerrohrplantage in der Dominikanischen Republik, einen Rübenbauern in Dithmarschen und Broker an der New Yorker Warenterminbörse ebenso zu Wort kommen wie einen Affenforscher in Paris und Gen-Ingenieure in Texas. Und er zeigt in beeindruckenden Bildern, was ihr Leben verbindet.

Zuckerfabrik in Schleswig

Zuckerfabrik in Schleswig

Überzeugend deckt Corves die weltweiten Zusammenhänge und Wechselwirkungen, die Mechanismen von europäischer Subventionspolitik, Billigproduktion in der Dritten Welt und dem Gewinnstreben großer Industrie- und Handelskonzerne auf. Am Beispiel eines alltäglichen Produkts macht er sichtbar, was Globalisierung bedeutet. Neben der vorbildlichen Recherche und der sehr kompetenten wirtschafts- und sozialgeographischen Darstellung des Themas lobte die Jury auch die Dramaturgie und Kameraführung des Beitrags.

...and the winner is? - Christoph Corves


Christoph Corves, Jahrgang 1962, studierte Geographie und Biologie an den Universitäten Kiel und Edinburgh. Seit 1996, nach Postgraduiertenstudium und Promotion in Geographie an der Universität Edinburgh, ist Corves als Autor, Produzent, Kameramann und Cutter von Dokumentarfilmen, TV-Reportagen und Bildungsmedien tätig. 2002 folgte Christoph Corves einem Ruf an die Universität Kiel, wo er als Juniorprofessor am Geographischen Institut das Zentrum für Geographie und Medien aufbaut.

Die Verleihung des Medienpreises der Deutschen Geographie an Christoph Corves fand am 1. Oktober im Rahmen der Schlussfeier des 54. Deutschen Geographentages in Bern im Kultur-Casino statt.

Mitglieder der Jury waren neben Vertretern der Deutschen Gesellschaft für Geographie Erwin Brunner, stellvertretender Chefredakteur "National Geographic Deutschland", Peter-Matthias Gaede, Chefredakteur "GEO", und Wolfgang Hess, Chefredakteur "Bild der Wissenschaft".

Medienpreis der Deutschen Geographie


Ins Leben gerufen hat den Medienpreis der Deutschen Geographie die Deutsche Gesellschaft für Geographie (DGfG), die Dachorganisation der geographischen Verbände und Gesellschaften in Deutschland. Gewürdigt werden herausragende deutschsprachige Berichte, Radiofeatures oder Filmreportagen, die einem breiten Publikum ein geographisches Thema spannend, informativ und wissenschaftsnah darlegen. Der Preis wird alle zwei Jahre zum Deutschen Geographentag verliehen.
(Peter Wittmann, Deutsche Gesellschaft für Geographie, 10.10.2003 - Peter Wittmann)
 
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