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Donnerstag, 09.02.2012
HESS sucht „Dunkle Materie“
Neuartiger Späher ins energiereiche Universum
Vier neue Großteleskope, die nach Supernova-Überresten und anderen exotischen Objekte suchen sollen, wurden am 28. September 2004 auf der Farm Göllschau in Namibia offiziell eröffnet. Die leistungsfähigen Instrumente könnte möglicherweise sogar auch erstmals "Dunkle Materie" im All nachweisen.

"High Energy Stereoscopic System"
HESS - ein neues Fenster in das Hochenergie-Universum
HESS - ein neues Fenster in das Hochenergie-Universum
© MPG
H.E.S.S., die Abkürzung für ein "High Energy Stereoscopic System", soll das elektromagnetische Spektrum des Himmels über der Südlichen Hemisphäre nach Quellen von Teilchen höchster Energien absuchen und astronomische und astrophysikalische Grundlagenforschung in diesem Gebiet ermöglichen. H.E.S.S ist ein großes Kooperationsprojekt zwischen vielen europäischen und afrikanischen Institutionen.

Das neue Forschungsinstrument besteht in der Anfangsphase aus einem Cluster von vier miteinander vernetzten optischen Großteleskopen, das später noch erweitert werden kann. Das Projekt ist für eine Dauer von vorerst 10 bis 15 Jahren ausgelegt. Namibische Unternehmen, wie NEC und Seelenbinder Consulting Engineers, haben die technische Infrastruktur in enger Kooperation auf höchstem technischen Niveau realisiert.

Schrittweise Inbetriebnahme der Teleskope seit 2002
Erste Beobachtungen wurden bereits in den Jahren 2002 und 2003 - während der schrittweisen Inbetriebnahme der Teleskope - durchgeführt und haben bereits zu wichtigen Erkenntnissen geführt. Diese wurden als wissenschaftliche Highlights auf den diesjährigen Konferenzen in der Astroteilchenphysik eingestuft. Dazu gehört die Entdeckung einer Quelle für höchstenergetische Gamma-Strahlung im Zentrum unserer Milchstraße, höchstwahrscheinlich Überrest einer vor 10.000 Jahren explodierten Supernova.

Das Projekt basiert auf einem Vorschlag des Max-Planck-Instituts für Kernphysik in Heidelberg; seine Infrastruktur sowie die größeren Komponenten der insgesamt vier Teleskope wurden von der Max-Planck-Gesellschaft sowie dem Max-Planck-Institut für Kernphysik - in enger Zusammenarbeit mit Forschergruppen an den Universitäten Hamburg, Bochum, der Humboldt-Universität Berlin sowie der Landessternwarte Heidelberg und mit Unterstützung des BMBF im Rahmen des Förderschwerpunkts "Astroteilchenphysik" - bereitgestellt.
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